International: Mehrere WHO-Lagerhäuser in der Ukraine durch Angriffe zerstört – Schaden von über 1,5 Millionen USD
Mehrere Lagerhäuser der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Ukraine wurden in den letzten drei Monaten durch russische Angriffe zerstört, wobei ein Schaden von über 1,5 Millionen US‑Dollar an Medikamenten und medizinischer Ausrüstung entstanden ist.
Ausmaß der Angriffe
Nach Angaben der WHO wurden im laufenden Jahr 21 Lagerhäuser von insgesamt 400 gemeldeten Vorfällen getroffen, fast ausschließlich mit schweren Waffen wie Panzer, Raketen, Bomben und Mörsern. Die Angriffe betreffen sowohl städtische als auch ländliche Einrichtungen.
Reaktionen der WHO
Sarah Tyler, Kommunikationsbeauftragte der WHO, berichtete, dass in drei der vier betroffenen Lagerhäuser die gesamte medizinische Ausstattung vernichtet wurde. Dr. Ihor Perehinets, Leiter des Regionalen Notfall- und Gesundheitssicherheitsbüros, betonte, dass der Schutz von Gesundheitseinrichtungen gleichzeitig den Schutz der dort arbeitenden Personen bedeute.
Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung
Die WHO hat seit Beginn der groß angelegten Invasion im Februar 2022 mehr als 3 300 Angriffe auf das Gesundheitswesen verzeichnet. Dabei kamen 247 Personen ums Leben und über 1 090 Patienten und Arbeiter wurden verletzt. Der Verlust von Medikamenten, Laborreagenzien und Geräten erschwere die Behandlung von Verletzten erheblich.
Humanitäre Situation
UNICEF wies darauf hin, dass Angriffe in Städten wie Kiew und Zaporizhzhia zahlreiche Zivilisten, darunter Kinder, getötet haben. Die Zerstörung von Infrastruktur führte zu großflächigen Stromausfällen und verschärfte die humanitäre Notlage.
Finanzielle Unterstützung
Die WHO bittet in ihrem Ukraine‑Appell um 42 Millionen US‑Dollar, um 700 000 Menschen mit Notfall‑Gesundheitsdiensten zu versorgen, medizinische Lieferungen zu erneuern und die Resilienz gegenüber chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Bedrohungen zu stärken.
Ausblick
Die WHO warnt, dass weitere Angriffe die medizinische Versorgung weiter destabilisieren könnten, solange keine wirksamen Schutzmaßnahmen für Gesundheitseinrichtungen umgesetzt werden.
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