Ein im September 2026 angekündigter Vergleich zwischen Meta und 52 US‑Staatsanwälten der teilnehmenden Bundesstaaten verpflichtet das Unternehmen, in den betroffenen Regionen für jeden Instagram‑ und Facebook‑Nutzer eine Altersverifikations‑Technologie einzusetzen. Die Maßnahme gilt sowohl für neue als auch für bestehende Konten und betrifft sämtliche Nutzer, unabhängig vom Alter.
Alterssicherungs‑Technologie
Meta soll innerhalb eines Jahres ein „Age Assurance Framework“ etablieren, das kommerziell verfügbare sowie eigens entwickelte Altersbestimmungs‑Methoden nutzt. Drittanbieter‑Tools und Signale von Google‑ und Apple‑Betriebssystemen können dabei einbezogen werden. Ziel ist es, jeden Nutzer in eine der drei Altersklassen 18 +, 13‑17 oder unter 13 einzuordnen.
Kategorisierung der Nutzer
Neukonten, die innerhalb von vierzehn Tagen keine Altersprüfung durchlaufen, werden automatisch als Jugendliche (13‑17) behandelt, selbst wenn das angegebene Alter 18 + beträgt. Nutzer, bei denen das System ein Alter unter 13 ermittelt, verlieren ihr Konto. Für bereits bestehende Konten gilt ein ähnliches Vorgehen, wobei Meta auf bereits vorhandene Daten zurückgreifen darf, um die Alterszuordnung vorzunehmen.
Genauigkeitsanforderungen
Die Vereinbarung legt maximale Fehlerraten für falsche Positive fest: Im ersten Jahr dürfen kommerzielle Methoden höchstens 10 % bei 16‑17‑Jährigen und 3 % bei 13‑15‑Jährigen erreichen. Proprietäre Methoden dürfen im ersten Jahr 14 % bzw. 7 % und im zweiten Jahr 10 % bzw. 5 % betragen. Für falsche Negative, also die fälschliche Einstufung Erwachsener als Jugendliche, gibt es keine festgelegte Obergrenze.
Beschwerdeverfahren
Betroffene Nutzer können eine klare und auffällige Möglichkeit zur Anfechtung ihrer Alterszuordnung nutzen. Entscheidungen über Beschwerden müssen zeitnah getroffen und dem Nutzer mit einer Begründung mitgeteilt werden.
Datensparsamkeit und Aufbewahrung
Im Rahmen der Altersprüfung dürfen nur notwendige Daten erhoben und nach einer kurzen Frist gelöscht werden. Dennoch definiert die Vereinbarung eine Kategorie „Retainable Data“, die bis zu 90 Tage aufbewahrt werden darf, um die Integrität des Systems und mögliche Umgehungsversuche zu überwachen.
Implikationen für die Privatsphäre
Durch die verpflichtende Altersverifikation wird die Online‑Anonymität aller Nutzer erheblich eingeschränkt. Meta muss zudem bestehende Konten proaktiv überwachen, um mögliche Umgehungsversuche zu erkennen, was zu einer langfristigen Erweiterung der Überwachungstätigkeit über die nächsten zehn Jahre führen kann.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Electronic Frontier Foundation, lizenziert unter Creative Commons Attribution 4.0 (CC BY 4.0). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
Ende der Uebertragung