Ein aktueller Bilddatensatz der Mars Express‑Mission zeigt metallisch glänzende Wellen aus Sand, die den Boden des großen Kaiserkraters im südlichen Hochland Noachis Terra bedecken. Die Aufnahmen stammen vom High Resolution Stereo Camera (HRSC) Instrument und wurden im laufenden Monat erstellt.
Hintergrund des Kaiserkraters
Der Kaiserkrater ist ein etwa 180 km breiter und mehrere Kilometer tiefer Einschlagbecken, dessen südlicher Rand deutlich im Bild zu erkennen ist. Neben dem Hauptkrater sind weitere kleinere Einschlagkrater in der Umgebung sichtbar, darunter Greeley, Le Verrier und Neukum.
Beschreibung der DĂĽnenwellen
Die auffälligen, fast metallisch wirkenden Wellen bestehen aus Sanddünen, die bis zu 100 m hoch aufragen. Einzelne Dünen stehen isoliert, andere verbinden sich zu einer zusammenhängenden Feldstruktur, die sich über mehrere Kilometer erstreckt. Der glänzende Eindruck entsteht durch helle Frostablagerungen auf den südwärts gerichteten Hängen.
Entstehung durch Wind
Die vorherrschende Westwindrichtung treibt den feinen, basaltischen Sand in transversale und barchan‑förmige Dünen. Barchan‑Dünen besitzen eine sichelartige Form, während transversale Dünen länglich und parallel ausgerichtet sind. Beide Typen entstehen, wenn Sand von gleichgerichteten Winden transportiert wird.
Zusammensetzung des Sands
Der Sand ist basaltischen Ursprungs und enthält Mineralien wie Pyroxen und Olivin, die typischerweise bei vulkanischer Aktivität entstehen. Diese Zusammensetzung wird durch die spektralen Daten des HRSC‑Instruments bestätigt.
Spuren von Wasseraktivität
In einigen Bereichen des Kraters wurden helle Tonformationen entdeckt, die auf die frühere Präsenz von Wasser hinweisen. Zusätzlich zeigen schmale Schluchten und Rinnen an steilen Kraterwänden Anzeichen von möglichen Schmelzwasser‑ oder Grundwasser‑Ereignissen, obwohl viele dieser Merkmale auch durch trockene Erdrutsche entstanden sein können.
Bedeutung fĂĽr die Marsforschung
Die Beobachtungen liefern neue Einblicke in die geologische Geschichte des südlichen Hochlands und verdeutlichen, dass sowohl aeolische als auch flüssige Prozesse das heutige Landschaftsbild prägen. Die Daten unterstützen langfristige Modelle zur Entwicklung der Marsoberfläche seit den frühen Milliarden Jahren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von ESA, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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