Ein neuer Forschungsbericht, veröffentlicht am 19. August 2026 in Science Advances, zeigt, dass ausgewählte irdische Mikroben in den schattigen Bereichen des Südpols des Mondes überleben können. Die Untersuchung simulierte extreme Umweltbedingungen und belegt, dass einige Organismen mindestens einen Erdtag überleben, ohne notwendigerweise zu wachsen.
Studienergebnis
Die Studie wurde von dem planetaren Wissenschaftler Prabal Saxena vom Goddard Space Flight Center geleitet. Mit ihm arbeiteten weitere NASA‑Forscher, darunter Andrew Needham und Aaron Regberg. Sie wählten fünf besonders robuste Mikroben aus: den Pilz Aspergillus niger, das Bakterium Bacillus subtilis, Staphylococcus aureus, Deinococcus radiodurans und mehrere Arten der Gattung Fusarium.
Methodik
Für die Tests wurden Umgebungsdaten des Lunar Reconnaissance Orbiter verwendet, um dreidimensionale Karten von drei Regionen am Südpol – Nobile Rim, Connecting Ridge und De Gerlache Rim – zu erstellen. Die Modelle berücksichtigten Temperatur, Strahlungsintensität und Schattenwurf, um potenzielle „überlebensfähige Nischen“ zu identifizieren, die von einem Kraterboden bis zu einer Astronauten‑Stiefelspur reichen.
Ergebnisse im Detail
Aspergillus niger erwies sich als am UV‑resistentesten und überstand selbst Bereiche mit leichter Sonneneinstrahlung. Die übrigen Mikroben konnten in vollständig schattigen Zonen überleben, wo die Temperaturen extrem niedrig bleiben und die UV‑Strahlung stark reduziert ist. Das Überleben wurde dabei als lebensfähig für mindestens einen Erdtag definiert.
Bedeutung für zukünftige Missionen
Die Ergebnisse verdeutlichen ein Risiko für die wissenschaftliche Interpretation von Mondproben: Menschliche Mikroben könnten chemische Signaturen überdecken, die Aufschluss über die ursprüngliche Mondchemie oder potenzielle Spuren früheren Lebens geben. Deshalb fordern die Autoren, vor jeder Oberflächenarbeit eine Basismessung der menschlichen Kontamination zu erstellen.
Umweltbedingungen am Mondpol
Der Mond besitzt kaum eine Axialneigung, sodass die Sonne am Pol fast am Horizont steht und viele Vertiefungen in Dauerschatten liegen. Diese kalten, lichtlosen Regionen können Wasser in Eisform erhalten und gleichzeitig Mikroben vor zerstörerischer UV‑Strahlung schützen. Ohne Atmosphäre und flüssiges Wasser bleibt jedoch das Wachstum und die Vermehrung der Mikroben unwahrscheinlich.
Ausblick
Heather Graham, Mitautorin des Berichts, betont, dass die Mondumgebung als natürliches Labor für Astrobiologie genutzt werden sollte, während gleichzeitig strengere Dekontaminationsprotokolle für bemannte Missionen entwickelt werden müssen. Das Wissen über mikrobielles Überleben wird künftig die Planung von Artemis‑ und anderen Mondprogrammen maßgeblich beeinflussen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
Ende der Uebertragung