Neue Distanzmessungen
Ein Forschungsteam hat mithilfe von Daten des Chandra‑X‑Ray‑Observatoriums und des ESA‑Satelliten XMM‑Newton gezeigt, dass die äußeren Spiralarme der Milchstraße etwa zehn Prozent weiter vom galaktischen Zentrum entfernt liegen als bisher angenommen. Die Ergebnisse wurden in der Ausgabe von „Astronomy & Astrophysics“ vom Mittwoch veröffentlicht.
Geometrische Methode
Die Wissenschaftler nutzten das Phänomen der Licht‑Echos, bei dem Röntgenstrahlen von Gammastrahlenausbrüchen an Staubwolken in den Spiralarmen reflektiert werden. Die Durchmesser der entstehenden Ringe erlauben eine direkte geometrische Bestimmung der Entfernungen, da größere Ringe auf näher liegende Staubwolken hinweisen.
Ergebnisse und Armpositionen
Untersucht wurden drei Gammastrahlenausbrüche, die den Perseus‑Arm, den Outer‑Arm und den Outer‑Scutum‑Centaurus‑Arm markieren. Für die beiden äußeren Arme ergab die Analyse eine Distanzzunahme von rund zehn Prozent. Zusätzlich schätzten die Forscher die Breite einer Staubwolke im entferntesten Arm auf etwa 3 500 Lichtjahre.
Bedeutung fĂĽr Galaxienmodell
Eine Verschiebung der Armpositionen wirkt sich auf grundlegende Parameter wie die Gesamtmasse der Milchstraße aus, da die Ausdehnung der Spiralarme in Massenberechnungen einfließt. Die Wissenschaftler betonen, dass selbst kleine Korrekturen erhebliche Folgen für Modelle der galaktischen Dynamik haben können.
Einschränkungen der Methode
Die Anwendung der Licht‑Echo‑Technik ist durch die Seltenheit geeigneter Gammastrahlenausbrüche begrenzt; in den letzten 25 Jahren wurden nur wenige Ereignisse gefunden, die durch die galaktische Ebene sichtbar sind. Die Forscher planen, weiterhin nach neuen Ausbrüchen zu suchen, um die Methode zu erweitern.
Beteiligte Einrichtungen
Das Chandra‑Programm wird vom Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama, verwaltet. Die wissenschaftlichen Operationen laufen über das Chandra X‑Ray Center der Smithsonian Astrophysical Observatory in Cambridge, Massachusetts, und die Flugoperationen von Burlington, Massachusetts, aus.
Visuelle Darstellung
Die Veröffentlichung enthält Künstlerdarstellungen, die die frühere und die aktualisierte Sicht auf die Spiralarme gegenüberstellen, sowie zusammengesetzte Bilder, die X‑Ray‑Daten von Chandra mit optischen Daten von Pan‑STARRS kombinieren.
WeiterfĂĽhrende Informationen
Weitere Details zur Mission und zu den verwendeten Daten finden Interessierte auf den offiziellen Webseiten von NASA Chandra unter https://nasa.gov/chandra.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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