Millionen Afrikaner von hohen Gesundheitskosten belastet – WHO fordert verstärkte Finanzschutzmaßnahmen
International: Millionen Afrikaner von hohen Gesundheitskosten belastet – WHO fordert verstärkte Finanzschutzmaßnahmen
Der WHO-Regionaldirektor für Afrika, Dr. Mohamed Janabi, betonte am 11. Dezember 2025, dass im Jahr 2022 mehr als 423 Millionen Menschen in der afrikanischen Region finanzielle Not erlitten haben, weil sie aus eigenen Taschen für Gesundheitsleistungen bezahlen mussten; über 384 Millionen wurden dadurch in die Armut gedrängt oder noch tiefer in die Armut gedrängt.
Ausmaß der Eigenbeteiligungen
Laut den von der WHO veröffentlichten Zahlen dominieren Eigenbeteiligungen nach wie vor die Gesundheitsfinanzierung in weiten Teilen der Region. In 31 Mitgliedstaaten machen sie mehr als ein Viertel aller Gesundheitsausgaben aus, in 11 Ländern über die Hälfte und in zwei Ländern sogar mehr als 70 %.
Folgen für Haushalte
Die finanziellen Belastungen zwingen Familien häufig zu unmöglichen Entscheidungen zwischen medizinischer Versorgung und Grundbedürfnissen wie Nahrung, Schulgebühren oder Würde. Diese Situation führt dazu, dass Menschen Vermögenswerte verkaufen, Behandlungen verschieben oder ganz auf notwendige Versorgung verzichten.
Erreichte Fortschritte
Der gleiche Bericht weist zudem positive Entwicklungen aus: Zwischen 2015 und 2022/23 verbesserte die afrikanische Region alle Komponenten des UHC Service Coverage Index, insbesondere im Bereich nichtübertragbarer Krankheiten, wo die Region weltweit die stärksten Zuwächse verzeichnete, vor allem dank sinkenden Tabakkonsums.
Ungleichheiten bleiben bestehen
Trotz dieser Fortschritte bleibt der finanzielle Schutz die größte Hürde. Frauen, Kinder, ältere Menschen und ländliche Haushalte tragen die schwerste Last, weil hohe Gesundheitskosten ihre Bemühungen zur Armutsbekämpfung, zur Verhinderung von Behinderungen und zur Steigerung der Überlebensraten untergraben.
Prioritäten für die Zukunft
Dr. Janabi forderte Regierungen, Partner, die Zivilgesellschaft und Gemeinschaften auf, Reformen zu beschleunigen, die die Gesundheitsversorgung für alle erschwinglich machen. Zu den Prioritäten zählen die Erhöhung der Inlandsinvestitionen in das Gesundheitswesen, der Ausbau von universellen Vorauszahlungs- und Risikopoolsystemen, die Stärkung der Primärversorgung, Investitionen in Personal, Einrichtungen, Lieferketten und Datensysteme sowie die konsequente Ausrichtung auf Gleichstellung und Transparenz.
Unterstützung durch die WHO
Die WHO‑Region Afrika stelle den Regierungen politische Leitlinien, maßgeschneiderte technische Expertise und datenbasierte Entscheidungsgrundlagen zur Verfügung, um die finanziellen Schutzreformen zu beschleunigen und ein widerstandsfähiges, inklusives und gerechtes Gesundheitssystem aufzubauen.
Ausblick
Der WHO‑Regionaldirektor schloss mit dem Appell, das Versprechen „Gesundheit für alle – niemand bleibt zurück“ in konkrete Maßnahmen umzusetzen, um sicherzustellen, dass jeder Mensch sein Recht auf Gesundheit ohne finanzielle Barrieren ausüben kann.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von WHO, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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