International: Millionen Sudanese kehren trotz zerstörter Infrastruktur zurück
Rückkehrzahlen und Beobachtungen
Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) haben fast vier Millionen Vertriebene seit Beginn des Konflikts im Sudan im April 2023 ihre Herkunftsorte wieder betreten. Die Rückkehr konzentriere sich vor allem auf die Hauptstadt Khartum und das benachbarte Bundesland Al Jazirah, erklärte IOM-Direktorin Sung Ah Lee gegenüber Reportern.
Gründe für die Rückkehr
Lee führte an, dass viele Rückkehrer glauben, die Sicherheitslage habe sich verbessert, während andere die Rückkehr aus Unzumutbarkeit ihrer Lage in den Lagern antreiben, insbesondere wegen ökonomischer Belastungen und schwieriger Bedingungen in den Nachbarländern.
Hintergrund des Konflikts
Der bewaffnete Konflikt zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) begann am 15. April 2023. Zu seiner Hochphase flohen rund zwölf Millionen Menschen, davon mehr als 4,5 Millionen in benachbarte Staaten wie Ägypten, Südsudan und Tschad. Aktuell bleiben fast neun Millionen Menschen innerhalb Sudans vertrieben.
Belastung der Aufnahmegemeinschaften
Aufnahmegemeinschaften in den östlichen und nördlichen Regionen, etwa in Kassala, Gedaref, dem Roten Meer, Nord- und Flusspalatinen, tragen eine erhebliche Last, indem sie vertriebene Familien aufnehmen, während sie selbst unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten und klimabedingten Belastungen leiden. Diese Situation habe die vorhandene Infrastruktur an ihre Grenzen gebracht, betonte Lee.
Landwirtschaftliche Herausforderungen
In Al Jazirah, einer wichtigen Agrarregion, kehren Bauern in Felder zurück, in denen Bewässerungsanlagen und Gerätschaften beschädigt wurden. Dieser Zustand gefährde die Ernteerträge und damit die Lebensgrundlage vieler Rückkehrer, so Lee.
Humanitäre Finanzierung
Die humanitäre Reaktion sei nach wie vor stark unterfinanziert. Ohne dringende Investitionen in die Wiederherstellung grundlegender Dienste, den Wiederaufbau von Infrastruktur und die Revitalisierung von Lebensgrundlagen seien sichere und nachhaltige Rückkehrungen ernsthaft gefährdet, warnte die IOM-Vertreterin.
Ausblick auf die Lage
Trotz wiederholter diplomatischer Bemühungen, einen Waffenstillstand zu erreichen, halte der Krieg seit April 2023 unverändert an. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) habe zudem darauf hingewiesen, dass die Komplexität und das Ausmaß der Krise weiter zunehmen, da sowohl interne als auch grenzüberschreitende Verschiebungen fortbestehen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von United Nations, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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