International: Millionen von Frauen und Mädchen verlieren kritische humanitäre Unterstützung
Seit Januar 2025 haben mindestens eine Million Frauen und Mädchen den Zugang zu kritischer humanitärer Unterstützung verloren, weil die Finanzierung für Frauenorganisationen in Krisengebieten stark gekürzt wurde, wie die UN‑Organisation UN Women in einem neuen Bericht mitteilte.
Ausmaß der Hilfskürzungen
Der Bericht „Beyond the Breaking Point“ weist darauf hin, dass weltweit rund 120 Millionen Frauen und Mädchen humanitäre Hilfe und Schutz benötigen. Gleichzeitig können neun von zehn betroffenen Organisationen die aktuelle Bedarfsmenge nicht mehr decken, während 84 % von ihnen von einer steigenden Nachfrage berichten.
Auswirkungen auf lokale Organisationen
Viele lokale Frauenorganisationen sehen sich gezwungen, Programme zu reduzieren oder ganz einzustellen. Besonders betroffen sind entlegene und schwer erreichbare Gemeinden, in denen 63 % der befragten Organisationen ihre Dienste eingeschränkt haben.
Zunahme geschlechtsspezifischer Gewalt
86 % der befragten Organisationen melden einen Anstieg von geschlechtsspezifischer Gewalt, während 62 % angeben, dass sichere Räume für Betroffene geschlossen oder stark reduziert wurden.
Arbeitsbedingungen des Personals
Ein erheblicher Teil des Personals arbeitet ohne Bezahlung, um essentielle Dienste aufrechtzuerhalten. Fast zwei Drittel der befragten Organisationen berichten von steigender Arbeitsbelastung, zunehmender Erschöpfung und einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit bei den betreuten Frauen und Mädchen.
Folgen für Bildung und Gesundheit
92 % der Organisationen beobachten wachsende Armut unter den von ihnen betreuten Frauen, und 82 % sehen einen Anstieg von Mädchen, die die Schule verlassen. Zusätzlich berichten sie von schwangeren Frauen, die weite Wege zurücklegen müssen, um medizinische Versorgung zu erhalten.
Forderungen von UN Women
UN Women fordert eine sofortige und nachhaltige Finanzierung, um Frauenorganisationen als unverzichtbare Ersthelferinnen, Verteidigerinnen von Frauenrechten und Partnerinnen im Wiederaufbau zu erhalten. „Ohne sofortiges Handeln riskieren die Organisationen, die Frauen und Mädchen durch die schlimmsten Krisen der Welt am Leben erhalten haben, ein weiteres Opfer des Krieges zu werden“, erklärte Sofia Calltorp, UN Women Chief of Humanitarian Action.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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