Am 11. Juni meldete das Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo 635 bestätigte Ebola-Fälle und 127 Todesfälle; Experten warnten, dass das fehlende Vertrauen der Bevölkerung die Eindämmung des Ausbruchs erheblich erschwere.
Umfang des Ausbruchs und weitere Gesundheitsbelastungen
Gleichzeitig kämpfe das Land mit weiteren Gesundheitsproblemen wie Malaria, HIV, Cholera und Unterernährung, was die Belastung des Gesundheitssystems weiter erhöhe.
Reaktion der internationalen Gesundheitsorganisationen
Marie Roseline Bélizaire, stellvertretender Notfalldirektor der WHO-Regionalbüro für Afrika, betonte, dass die Reaktion über Ebola hinausgehen müsse und eine ganzheitliche Betrachtung aller Gesundheitsprobleme erforderlich sei. Maria Van Kerkhove, Leiterin des Bereichs Epidemie‑ und Pandemie‑Management bei der WHO, verwies darauf, dass finanzielle Mittel zwar für Ebola bereitstünden, jedoch ein breiteres Unterstützungsangebot nötig sei, das WASH, Sicherheitsfragen, Malaria, Masern, Mpox und Ebola zugleich adressiere.
Probleme bei der Vorbereitung und lokale Infrastruktur
Jean‑Jacques Muyembe, Direktor des Nationalen Instituts für Biomedizinische Forschung, kritisierte, dass frühere Erfahrungen nicht ausreichend in die aktuelle Vorbereitung einfließen würden. Yap Boum II, Leiter der Abteilung für Notfallvorsorge beim Africa CDC, erklärte, dass im betroffenen Gebiet praktisch keine Vorbereitungen vorhanden seien und alle Maßnahmen von Grund auf neu aufgebaut werden müssten. Feldbewertungen zeigten, dass die Infektionsschutzkapazität in den Gesundheitseinrichtungen von Ituri unter 30 % liege.
Vertrauensaufbau durch lokale Führungsstrukturen
Um das Vertrauen zurückzugewinnen, setze das Einsatzteam vermehrt auf den Dialog mit religiösen und traditionellen Führern. Muyembe erklärte, dass das Gespräch mit Pastoren, Priestern und Stammesältesten, die die lokale Sprache sprechen, die Akzeptanz der Maßnahmen erhöhe.
Einfluss von bewaffneten Konflikten
Yap Boum II wies darauf hin, dass die Regierung von Nord‑Kivu nur etwa ein Drittel der Provinz kontrolliere, da bewaffnete Gruppen weite Teile besetze. Ohne Frieden sei die Gesundheitsversorgung kaum möglich, und geschlossene Grenzen erschwerten den Zugang zu betroffenen Bevölkerungsgruppen.
Ausblick und notwendige Maßnahmen
Die Experten betonten, dass selbst gut finanzierte Programme scheitern würden, wenn das Vertrauen der Bevölkerung fehlte. Ein umfassender Ansatz, der neben medizinischer Versorgung auch Sicherheit, Wasser‑ und Sanitärversorgung sowie soziale Unterstützung integriere, sei entscheidend, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.
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