USA: Modellstudie schätzt Wirksamkeit von on-demand PrEP bei Frauen
Eine Modellstudie hat die potenzielle Wirksamkeit von on-demand Präexpositionsprophylaxe (PrEP) mit Tenofovir‑Disoproxil‑Fumarat / Emtricitabin (TDF/FTC) für Frauen untersucht und dabei mediane Effektivitätswerte von 86 % für tägliche, 57 % für das hypothetische 2‑1‑1‑Schema, 47 % für das zeitgesteuerte und 42 % für das ereignisgesteuerte Schema ermittelt.
Hintergrund
Die tägliche orale PrEP hat sich bei cisgender Männern und trans Frauen als wirksam erwiesen, wird jedoch für cisgender Frauen nicht empfohlen. Forschende vermuteten, dass ein on-demand‑Ansatz die Akzeptanz und konsequente Nutzung bei Frauen erhöhen könnte.
Methodik
Ein synthetischer Kohorten‑Datensatz wurde aus dem HPTN 067‑Studienort Kapstadt erstellt. Die Simulation umfasste vier bereits getestete Regime – tägliche Einnahme, zeitgesteuert (2 Pillen pro Woche + 1 nach dem Sex), ereignisgesteuert (1 vor + 1 nach dem Sex) – sowie das hypothetische 2‑1‑1‑Schema (2 Pillen vor, 1 Pillen an den beiden Tagen nach dem Sex). Die Modellierung erstreckte sich über sechs Monate und berücksichtigte die Anzahl der eingenommenen Pillen im Zusammenhang mit sexuellen Aktivitäten.
Ergebnisse
Die geschätzte mediane Wirksamkeit lag bei 86 % für das tägliche Regime, 57 % für 2‑1‑1, 47 % für das zeitgesteuerte und 42 % für das ereignisgesteuerte Regime. Frauen mit niedriger täglicher Adhärenz (< 2,8 Pillen pro Woche) profitierten am stärksten von on-demand‑PrEP: In dieser Untergruppe (8 % der Kohorte) stieg die Wirksamkeit von 41 % auf 44 %, während die Pillenaufnahme von 2,2 auf 1,4 Pillen pro Woche sank.
Subgruppenanalyse
Die Zuweisung von 2‑1‑1‑PrEP basierend auf der Häufigkeit sexueller Kontakte zeigte keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber einer rein adhärenzbasierten Zuweisung.
Diskussion
Die Modellierung legt nahe, dass on-demand‑PrEP insbesondere für Frauen mit geringer täglicher Adhärenz eine praktikable Alternative darstellen könnte, da sie die Pillenanzahl reduziert und gleichzeitig die Wirksamkeit leicht erhöht.
Fazit
On-demand‑PrEP könnte eine leicht umsetzbare Ergänzung zu bestehenden täglichen PrEP‑Programmen sein, insbesondere in Settings, in denen die tägliche Einnahme bei Frauen häufig nicht optimal umgesetzt wird.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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