USA: Moderatere Übereinstimmung zwischen präklinischer und klinischer Triage bei Kindern in Südkorea
Eine im Februar 2024 begonnene landesweite Einführung einer präklinischen Triage‑Skala in Südkorea wurde im ersten Jahr von den Autoren Kim, Moon und Paek anhand von 4.729 Notfalleinsätzen untersucht. Ziel war es, die Übereinstimmung zwischen der von Rettungsdienstpersonal vergebenen präklinischen Triage und der unmittelbar nach Ankunft im Krankenhaus vorgenommenen Notaufnahme‑Triage zu bestimmen, wobei ein Schwerpunkt auf pädiatrischen Fällen lag.
Hintergrund und Zielsetzung
Die präklinische Triage unterstützt Entscheidungen über das Ziel der Versorgung, die Aktivierung von Ressourcen und die frühe Risikoeinschätzung, doch die Genauigkeit bei Kindern ist bislang unzureichend belegt. Die Studie sollte klären, wie stark die präklinische Einschätzung mit der klinischen Einschätzung im Krankenhaus übereinstimmt.
Methodik
Die Forschenden führten eine retrospektive Beobachtungsstudie an einem Universitätsklinikum durch. Sie verknüpften Einsatzprotokolle des Rettungsdienstes mit den Aufnahmeprotokollen der Notaufnahme für den Zeitraum Februar bis Dezember 2024. Eingeschlossen wurden alle Transporte, bei denen eine initiale Triage‑Stufe im Krankenhaus dokumentiert war. Die Übereinstimmung wurde mittels exakter Übereinstimmung, ungewichteten Cohen‑κ und quadratisch gewichteten κ analysiert.
Ergebnisse bei Kindern
Von den 4.729 Einsätzen waren 1.242 pädiatrische Fälle. Die exakte Übereinstimmung betrug 47,7 %. Der quadratisch gewichtete κ lag bei 0,27, was auf eine nur geringe Übereinstimmung hinweist. Die Diskrepanzen konzentrierten sich vor allem auf benachbarte Stufen, insbesondere zwischen Stufe 2‑3 und 3‑4, wobei die präklinische Einschätzung häufiger eine höhere Dringlichkeit als die klinische Bewertung ergab.
Ergebnisse bei Erwachsenen
Die 3.487 erwachsenen Fälle zeigten eine exakte Übereinstimmung von 52,8 % und einen quadratisch gewichteten κ von 0,40, was auf eine moderatere Übereinstimmung hinweist. Hier war die Tendenz zu beobachten, dass die präklinische Triage häufiger eine niedrigere Dringlichkeit als die klinische Triage angab.
Diskussion der Diskrepanzen
Die Autoren betonen, dass die häufige Diskrepanz an den Schwellen zwischen benachbarten Triage‑Stufen liegt. Bei Kindern führte dies zu einer Tendenz, die Dringlichkeit zu überschätzen, während bei Erwachsenen das Gegenteil zu beobachten war. Diese Muster könnten auf Unterschiede in der Bewertung von Vitalparametern und Symptomen zwischen den Altersgruppen zurückzuführen sein.
Implikationen für die Praxis
Die Studie empfiehlt gezielte Schulungen für das Rettungsdienstpersonal, die sich auf die kritischen Schwellen zwischen den Triage‑Stufen konzentrieren, insbesondere bei pädiatrischen Patienten. Feedback‑Mechanismen zwischen Krankenhaus und Rettungsdienst könnten die Konsistenz weiter verbessern.
Ausblick
Die Autoren schlagen vor, zukünftige Untersuchungen über einen längeren Zeitraum und mit mehreren Kliniken durchzuführen, um die Nachhaltigkeit der Verbesserungen zu prüfen und mögliche Anpassungen der Triage‑Skala zu evaluieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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