USA: Studie zu Pilzinfektionen bei Tuberkuloseverdacht in Gambia
Eine von Zackary Salem‑Bango und Kolleg*innen durchgeführte Studie hat in Gambia bei 273 erwachsenen Patienten mit Symptomen, die auf Tuberkulose hindeuten, drei WHO‑prioritäre Pilzpathogene mittels eines neu entwickelten multiplex‑Quantitative‑PCR‑Assays untersucht. Dabei wurden Aspergillus‑DNA in 1,8 % (fünf Proben) und Pneumocystis‑jirovecii‑DNA in 1,1 % (drei Proben) nachgewiesen; Histoplasma‑DNA wurde nicht gefunden.
Hintergrund
Invasive Pilzinfektionen stellen weltweit ein wachsendes Gesundheitsproblem dar, insbesondere in ressourcenarmen Regionen, in denen die diagnostische Kapazität begrenzt ist. In Gambia ist Tuberkulose stark verbreitet, sodass Pilzinfektionen häufig aufgrund ähnlicher klinischer Symptome und fehlender Pilztests fehldiagnostiziert werden können.
Methodik
Die Forschenden entwickelten ein multiplex‑quantitatives PCR‑Verfahren, das gleichzeitig DNA von Aspergillus‑Arten, Histoplasma‑Arten und Pneumocystis‑jirovecii nachweisen kann. Die Validierung zeigte eine Nachweisgrenze von zehn DNA‑Kopien pro Reaktion. Das Assay wurde anschließend auf 273 archivierten Sputumproben von erwachsenen Patienten angewendet, die mit respiratorischen Beschwerden und Verdacht auf Tuberkulose vorgestellt wurden.
Ergebnisse
Aspergillus‑DNA wurde in fünf Proben (1,8 %) und Pneumocystis‑jirovecii‑DNA in drei Proben (1,1 %) identifiziert. Keine Probe war positiv für Histoplasma. Die am häufigsten gemeldeten Symptome bei den positiv getesteten Patienten waren Husten und Gewichtsverlust.
Bedeutung
Die Studie liefert den ersten molekularen Nachweis von Aspergillus‑Arten und Pneumocystis‑jirovecii bei erwachsenen Patienten in Gambia. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Pilzkolonisation oder -infektion in einem kleinen Teil der Patienten mit tuberkuloseähnlichen Symptomen vorkommen kann, was die Notwendigkeit einer differenzierten Diagnostik unterstreicht.
Ausblick
Das entwickelte multiplex‑PCR‑Assay bietet eine zugängliche Methode für die Überwachung von Pilzinfektionen in ressourcenbegrenzten Settings und könnte die Diagnose und das Management von Pilzinfektionen verbessern. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die klinische Relevanz der Befunde zu prüfen und die Anwendung des Tests in breiteren Populationen zu evaluieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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