Deutschland: München als Kandidat für Olympische und Paralympische Spiele – Zusammenarbeit auf Augenhöhe gefordert
Der Sportausschuss des Deutschen Bundestages hat den aktuellen Stand des Bewerbungsprozesses für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 diskutiert und dabei die Notwendigkeit einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Sport, Politik und Gesellschaft betont.
Zeitrahmen des IOC‑Verfahrens
Nach dem Beschluss der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), München als deutschen Bewerber zu benennen, prüft die Future Host Commission im Frühjahr 2027 im sogenannten „Strategic Dialogue“ eine Auswahl vielversprechender Kandidaten. Im darauffolgenden Jahr soll der „Targeted Dialogue“ mit einem oder mehreren Bewerbern stattfinden, bevor die IOC‑Session 2029 über den Ausrichter der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036 entscheidet.
Rolle des DOSB
Der DOSB, als nationales Olympisches Komitee (NOK) Deutschlands, ist gemäß Regel 33‑1.3 der Olympischen Charta der zentrale Partner des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Der DOSB‑Vorsitzende Otto Fricke erklärte, dass der Verband die Hauptverantwortung für die Koordination aller Bewerbungsaktivitäten übernehmen und eng mit Bund, Ländern, Kommunen, Wirtschaft und weiteren Stakeholdern zusammenarbeiten werde.
Aussagen des DOSB‑Vorsitzenden
Otto Fricke betonte, dass Sport und Politik „unter Wahrung der Autonomie auf Augenhöhe agieren“ müssen. Er wies darauf hin, dass der Sport ohne finanzielle und organisatorische Unterstützung von Bund, Ländern und Städten nicht realisierbar sei und forderte ein Konstrukt, an dem alle Beteiligten mitwirken.
Einbindung des Behindertensports
Idriss Gonschinska, Vorsitzender des Deutschen Behindertensportverbands (DBS), unterstrich, dass die Paralympischen Spiele von Anfang an ein verbindlicher Bestandteil der Planung sein müssen. Er verwies auf die Erfahrungen aus Paris 2024, wonach Paralympics die Gesellschaft nachhaltig beeinflussen, Barrierefreiheit fördern und neue Perspektiven für Sportstätten schaffen können.
Städtische Vorbereitungen in München
Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause erklärte, dass die Stadt bereits mit der Planung eines Olympischen Dorfes, der Sportstätten und der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur begonnen habe. Er betonte, dass die Vorbereitungen nicht bis 2029 warten können, sondern sofort starten müssen, um eine konkurrenzfähige Bewerbung zu gewährleisten.
Politische Unterstützung auf Bundesebene
Staatsminister für Sport und Ehrenamt Ronald Raue bestätigte die feste Rückendeckung der Bundesregierung und des Kanzlers für den DOSB und die Münchner Bewerbung. Er forderte die Mitglieder des Sportausschusses auf, als Botschafter die Bewerbung im Parlament, in den Wahlkreisen und international zu unterstützen.
Gesellschaftlicher Nutzen
Die Befürworter sehen in einer erfolgreichen Bewerbung die Chance, Barrieren abzubauen, moderne Sportstätten zu errichten, die Mobilität für Menschen zu verbessern und Vorbilder für zukünftige Generationen zu schaffen – ein langfristiger Mehrwert für das gesamte Land.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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