Eine landesweite Kohortenanalyse in Schweden hat gezeigt, dass ein höheres Körpergewicht von Müttern in der frühen Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für vorzeitigen Tod ihrer Kinder bis ins junge Erwachsenenalter verbunden ist. Die Untersuchung umfasste 2.606.684 Lebendgeburten aus den Jahren 1982 bis 2014 und verfolgte die Nachkommen bis zum 31. Dezember 2023.
Studiendesign und Datenerhebung
Die Daten zu mütterlichem Body-Mass-Index (BMI) wurden aus dem schwedischen Geburtenregister entnommen und in sechs Kategorien eingeteilt: Untergewicht (<18,5 kg/m²), Normalgewicht (18,5–24,9 kg/m²), Übergewicht (25,0–29,9 kg/m²) sowie Adiposität Grad I (30,0–34,9 kg/m²), Grad II (35,0–39,9 kg/m²) und Grad III (≥40,0 kg/m²). Sterbefälle und deren Ursachen wurden aus dem schwedischen Sterberegister gewonnen. Die Analysen berücksichtigten mütterliche Merkmale wie Alter, Bildung, Einkommen, Familienstand, Geburtsland, Rauchverhalten, psychiatrische und kardiovaskuläre Vorerkrankungen.
Allgemeine Sterblichkeitsrisiken
Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 22,4 Jahren starben 21.981 Kinder (0,8 %). Pro zusätzlicher BMI‑Einheit stieg das Risiko für eine all‑cause‑Sterblichkeit um 3 % (HR 1,03; 95 % CI [1,02, 1,03]; p < 0,001). Im Vergleich zu Normalgewicht wiesen Kinder von Müttern mit Übergewicht ein um 11 % erhöhtes Risiko (HR 1,11; 95 % CI [1,07, 1,15]), während die Hazard Ratios für Adiposität Grad I, II und III bei 1,27 (95 % CI [1,20, 1,35]), 1,68 (95 % CI [1,52, 1,86]) bzw. 1,92 (95 % CI [1,59, 2,33]) lagen.
Ursachenspezifische Befunde
Die erhöhten Risiken zeigten sich insbesondere bei den häufigsten Todesursachen im jungen Alter: Atemwegserkrankungen, Herz‑ und Kreislauferkrankungen sowie angeborene Fehlbildungen. Die Hazard Ratios für diese Ursachen folgten einem ähnlichen Trend wie die Gesamtsterblichkeit.
Familienbezogene Kontrollanalysen
Ein Cousin‑Vergleich, der familiäre Veranlagungen berücksichtigt, bestätigte die Richtung der Assoziationen, obwohl die Effektstärken leicht abgeschwächt wurden. Dies deutet darauf hin, dass sowohl umweltbezogene als auch genetische Faktoren eine Rolle spielen könnten.
Einschränkungen der Studie
Die Autoren betonen, dass Residualkonfundierung nicht vollständig ausgeschlossen werden kann und die Ergebnisse nicht als Beweis für eine kausale Wirkung des mütterlichen BMI auf die kindliche Sterblichkeit interpretiert werden dürfen.
Implikationen und Ausblick
Angesichts des steigenden Anteils von Frauen im gebärfähigen Alter mit Übergewicht oder Adiposität unterstreicht die Studie die Notwendigkeit, präkonzeptionelle Gesundheitsstrategien zu fördern. Weitere Forschung sei erforderlich, um die biologischen Mechanismen zu klären und gezielte Interventionsansätze zu entwickeln.
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