USA: Multikomponente digitale Intervention reduziert Angst und Depression bei chronisch kranken Erwachsenen
In einer internationalen, dreigliedrigen randomisierten Studie wurden 825 erwachsene Patienten mit selbstberichteten chronischen Erkrankungen und Internetzugang zwischen Februar 2023 und Dezember 2024 untersucht. Die Teilnehmenden wurden per computergenerierter, stratifizierter Blockrandomisierung im Verhältnis 1:1:1 einer Wartelisten-Kontrollgruppe, einem selbstgesteuerten digitalen Programm (eMPower) oder dem gleichen Programm mit wöchentlicher telefonischer Unterstützung durch geschulte Nicht‑Kliniker zugewiesen.
Studienaufbau und Methodik
Die offene, parallel‑gruppige Studie verfolgte einen intention‑to‑treat‑Ansatz. Der primäre Endpunkt war die Veränderung des Gesamtscores der Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) nach zwölf Wochen, adjustiert für Ausgangswert, Art der chronischen Erkrankung, Alter und Geschlecht. Sekundäre Endpunkte umfassten die HADS‑Subskalen für Angst und Depression, Fatigue (Modified Fatigue Impact Scale) sowie gesundheitsbezogene Lebensqualität (SF‑12 und EQ‑5D‑5L).
Interventionsgruppen
Die Selbst‑gesteuerte Gruppe erhielt das eMPower‑Programm, das Video‑geleitete Bewegungs‑, Atem‑ und Meditationsübungen, ein psychologiebasiertes Coping‑Skills‑Modul und krankheitsspezifische Aufklärung kombinierte. Die Human‑Support‑Gruppe erhielt zusätzlich wöchentliche Telefon‑Check‑ins von maximal 15 Minuten. Die Kontrollgruppe blieb auf der Warteliste und erhielt die übliche Versorgung.
Primäre Ergebnisse
Von den 825 Eingeschriebenen nahmen 695 (84.2 %) an der Zwölf‑Wochen‑Bewertung teil. Im Vergleich zur Kontrollgruppe verbesserte die Human‑Support‑Gruppe den HADS‑Gesamtscore um 2.9 Punkte (95 % CI [2.0, 3.8]; p < 0.001). Die selbstgesteuerte Gruppe erreichte ebenfalls eine signifikante Verbesserung von 2.6 Punkten (95 % CI [1.8, 3.5]; p 0.05).
Sekundäre Befunde und Sicherheit
Beide Interventionsgruppen erzielten im Vergleich zur Kontrolle Verbesserungen bei den HADS‑Subskalen, Fatigue‑Messungen und den Qualitäts‑of‑Life‑Indikatoren. Es wurden keine interventionsbezogenen Nebenwirkungen gemeldet.
Einschränkungen und Ausblick
Die Studie nutzte ein Wartelisten‑Design, das keine Kontrolle für unspezifische Effekte bietet, und basierte auf selbstberichteten Diagnosen. Die Stichprobe war überwiegend weiblich und hochgebildet, was die Generalisierbarkeit einschränken könnte. Langfristige Wirksamkeit und Kosten‑Effektivität bleiben zu untersuchen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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