Forscher um Mingyu Ji haben ein neuartiges multiplex Echtzeit‑PCR‑Verfahren mit Fluoreszenz‑Probe‑Schmelzkurve (mqPCR‑PMC) entwickelt, das gleichzeitig sechs häufige Atemwegspathogene nachweisen kann. In einer klinischen Studie mit 760 Rachenabstrichen wurde die Methode gegenüber einem kommerziellen RT‑PCR‑Kit evaluiert.
Erfasste Erreger
Das Assay detektiert Influenza‑Virus A und B, respiratorisches Synzytial‑Virus, humanes Rhinovirus, humanes Adenovirus sowie Mycoplasma pneumoniae – Pathogene, die seit Beginn der COVID‑19‑Pandemie weltweit wieder vermehrt auftreten.
Methodik und Spezifität
Die im Assay eingesetzten Primer und Sonden wurden gegen ein Panel von 57 verschiedenen Erregern getestet und erreichten eine Spezifität von 100 %.
Nachweisgrenzen und Präzision
Die Nachweisgrenzen lagen zwischen 248 Kopien / ml und 394 Kopien / ml. Die Koeffizienten der Variation betrugen 0,11 % bis 0,30 % für die Schmelztemperatur (Tm) und 1,59 % bis 4,10 % für die Fluoreszenz‑Signalstärke (Rm).
Klinische Validierung
Bei den 760 untersuchten Proben zeigte das mqPCR‑PMC‑Assay eine Sensitivität von über 87 % und eine Spezifität von 99 % für jeden einzelnen Erreger. Die Kappa‑Werte reichten von 0,927 bis 1,000, was auf eine sehr hohe Übereinstimmung mit dem Referenz‑Kit hinweist.
Vergleich mit etablierten Tests
Im direkten Vergleich erwies sich das neue Verfahren als präziser für das Rhinovirus und sensibler für Influenza‑A, Adenovirus, Mycoplasma pneumoniae und das respiratorische Synzytial‑Virus.
Potenzial für die Praxis
Durch die hohe Durchsatzfähigkeit, Sensitivität und Spezifität bietet das mqPCR‑PMC‑Assay ein vielversprechendes Werkzeug für die routinemäßige Diagnostik von Atemwegsinfektionen im klinischen Alltag.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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