Ein südafrikanischer Wissenschaftler der Universität Western Cape hat ein neuartiges Nanobiosensor‑System entwickelt, das Biomarker von Tuberkulose, Krebs und viralen Erkrankungen bereits in extrem niedrigen Konzentrationen nachweisen kann. Die Ergebnisse wurden im Rahmen des 75. Lindau Nobel Laureate Meetings vorgestellt.
Biomarker – etwa Gene, Proteine oder Moleküle – dienen als Hinweis auf das Vorhandensein oder das Risiko einer Krankheit. Derzeitige Diagnostika basieren häufig auf großen Molekülen, die erst bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf nachweisbar sind, wodurch frühzeitige Interventionen erschwert werden.
Technischer Ansatz
Der Wissenschaftler nutzt Nanobodies, also kleinste Antikörper‑Derivate, die aus Kameliden gewonnen werden. Diese Moleküle binden Ziel‑Biomarker mit hoher Spezifität und ermöglichen in Kombination mit elektrochemischen Messverfahren eine besonders empfindliche Erfassung. Durch die Miniaturisierung der Sensoren lassen sich zudem portable Point‑of‑Care‑Geräte realisieren.
Herausforderungen bei der Umsetzung
Trotz vielversprechender Laborergebnisse stehen die Forscher vor umfangreichen Schritten: klinische Validierung, Optimierung der Fertigungsprozesse, regulatorische Zulassungen und die Etablierung von Partnerschaften mit Industrieunternehmen. Besonders wichtig sei die Einbindung lokaler Partner, um die Technologie an die BedĂĽrfnisse afrikanischer Gesundheitssysteme anzupassen.
Anerkennung und Ausblick
Im Jahr 2025 wurde der Wissenschaftler als Finalist bei den South African Women in Science Awards im Fachbereich Naturwissenschaften nominiert, wobei die Arbeit an nanotechnologie‑gestĂĽtzten elektrochemischen Biosensoren hervorgehoben wurde. Langfristig strebt er an, die Sensoren nicht nur hochpräzise, sondern auch erschwinglich und flächendeckend verfĂĽgbar zu machen, um die Krankheitslast insbesondere in Niedrig‑ und MittelÂeinkommensländern zu reduzieren.
Der Wissenschaftler betont, dass wissenschaftliche Exzellenz allein nicht ausreiche: Innovationen müssten gezielt dorthin gelangen, wo sie am dringendsten benötigt werden, um einen gesellschaftlichen Nutzen zu erzielen.
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