NASA beendet nach 26 Jahren Betrieb der Erdbeobachtungsmission Terra
Ein bedeutender Meilenstein in der Erdbeobachtung wurde am 19. Dezember 1999 mit dem Start der NASA‑Satellitenmission Terra eingeleitet, die nun nach rund 26 Jahren in den Ruhestand übergeht. Die Mission, die ursprünglich für einen sechsjährigen Betrieb geplant war, hat ihre Lebensdauer fast verdoppelt und liefert seit ihrer Einführung umfassende Daten zu Atmosphäre, Land, Schnee, Eis, Ozeanen und Strahlungsbilanz. Im Jahr 2020 wurden die Bahnkorrekturen eingestellt, wodurch der Satellit allmählich aus seiner Umlaufbahn driftet, und das Team hat mit der Abschaltung der fünf wissenschaftlichen Instrumente begonnen.
Hintergrund der Mission
Terra war das erste Flaggschiff der Earth Observing System (EOS)‑Reihe und sollte das Verständnis der Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Erdsystemen vertiefen. Vor dem Start fehlten der Wissenschaftsgemeinde präzise Messungen zur regionalen und kontinentalen Kopplung von Land und Atmosphäre sowie zur Quantifizierung von Oberflächeneigenschaften wie Albedo, Rauheit, Verdunstungsrate und Photosynthese. Der Satellit wurde von einer Atlas‑Centaur‑IIAS‑Trägerrakete vom Vandenberg Space Force Base aus in eine 705 km hohe Umlaufbahn gebracht, um täglich globale Messungen zu ermöglichen.
Technische Daten und Instrumente
Der etwa 7 m lange und 3,5 m breite Satellit trägt fünf Instrumente, die von den USA, Japan und Kanada entwickelt wurden: das Advanced Spaceborne Thermal Emission and Reflection Radiometer (ASTER), das Clouds and the Earth’s Radiant Energy System (CERES), das Measurement of Pollution in the Troposphere (MOPITT), das Multi-angle Imaging SpectroRadiometer (MISR) sowie das Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS). Diese Instrumente erfassen ein breites Spektrum von Wellenlängen und liefern Daten zu Oberflächentemperatur, Strahlungsbilanz, Kohlenmonoxidverteilung, Wolken- und Aerosoleigenschaften sowie zur Landbedeckung.
Bedeutung der Daten
Die von Terra bereitgestellten Messungen haben zahlreiche wissenschaftliche Disziplinen unterstützt. ASTER liefert hochauflösende topografische Karten, die für Stadtplanung, Katastrophenmanagement und Ressourcenerschließung genutzt werden. CERES misst die gesamte Strahlungsbilanz der Erde und ermöglicht das Studium des Einflusses von Wolken und Aerosolen auf das Klima. MOPITT liefert Informationen über die Verteilung von Kohlenmonoxid, während MISR und MODIS das Verständnis von Sonnenlichtstreuung und Energieaustausch zwischen Oberfläche und Atmosphäre vertiefen. Die Daten dienen zudem als Referenz für Klimamodelle und Wettervorhersagen.
Aktueller Stand und Abschaltung
Seit dem Aussetzen der Bahnkorrekturen im Jahr 2020 hat das Missionsteam die schrittweise Stilllegung der Instrumente eingeleitet. Die Abschaltung erfolgt in geplanter Reihenfolge, um die verbleibenden Datenbestände zu sichern und die Übergabe an nachfolgende Erdbeobachtungsmissionen zu ermöglichen. Der Prozess wird von NASA‑Kommunikationsbeauftragten begleitet, die betonen, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft weiterhin von den bereits gesammelten Daten profitiert.
Ausblick
Obwohl Terra ihre aktive Phase beendet, bleibt ihr Vermächtnis in den umfangreichen Datensätzen erhalten, die künftig von Forschern weltweit genutzt werden. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Planung neuer Satelliten ein, die die Lücken schließen und die Beobachtung der Erde weiter verbessern sollen. Die NASA plant, die Erfahrung aus Terra in zukünftige Missionen des Earth Observing System zu integrieren, um die langfristige Überwachung des Klimas und der Umwelt zu gewährleisten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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