Am 30. August 2025 hat das NASA Earth Observatory ein Satellitenbild veröffentlicht, das vier tadpole‑förmige Inseln im Südkaspischen Meer vor Aserbaidschan zeigt. Die Inseln entstanden durch aktive Schlammvulkane, deren Ausbrüche kalte Schlamm‑ und Gasgemische an die Oberfläche befördern.
Verbreitung von Schlammvulkanen
Laut Angaben der aserbaidschanischen Regierung existieren im Land mindestens 220 Schlammvulkane; einige Forscher schätzen die Zahl auf bis zu 350, was zu den weltweit höchsten Konzentrationen gehört.
Schlammvulkane bilden sich in Sedimentbecken, in denen Kohlenwasserstoffe wie Öl und Methan unter hohem Druck eingeschlossen sind. Statt geschmolzener Lava stoßen sie kalte Schlamm‑ und Gasströme aus, die häufig mit Methan angereichert sind.
Geologische Lage und Größen
Viele der Vulkane konzentrieren sich nahe den Städten Baku und Qobustan auf der Halbinsel Abscheron, wo tektonische Falten und Verwerfungen den Aufstieg von methanreichem Schlamm ermöglichen. Die konischen Bauwerke erreichen Höhen von 20 bis 400 Meter und Durchmesser von 100 bis 4 500 Meter.
Unterwasservulkane und Inseln
Mindestens 140 Unterwasser‑Schlammvulkane liegen im Südkaspischen Meer, darunter acht Inseln im Baku‑Archipel. Die Insel Xərə Zirə Adası, die 1961 und 1995 heftige Eruptionen erlebte, weist noch schwach aktive Ventile auf. Die benachbarte Insel Duvannı zeigte 2006 eine Eruption, deren Ventile weiterhin aktiv sind.
Der Geologe Mark Tingay von der Universität Adelaide erklärt, dass die langen „Schwänze“ der Inseln durch Strömungen erodierte Sedimentablagerungen darstellen. Weitere Inseln wie Səngi Muğan Adası, die 2002 und 2008 ausbrachen, besitzen ähnliche Merkmale.
Risiken und Forschung
Schlammvulkane können kurze, extrem heftige Eruptionen mit Feuerbällen erzeugen. Ein Ereignis 1932 auf Səngi Muğan Adası löste einen 150 Meter hohen Feuerball aus, verletzte 13 Personen und beschädigte fast den Leuchtturm.
Forscher nutzen die Aktivität der Vulkane als Indikator für unterirdische fossile Brennstoffe und überwachen sie mit Landsat‑Daten. Das Bild von 2025 unterstützt die langfristige Beobachtung geologischer Veränderungen.
Bedeutung für die Geowissenschaft
NASA setzt das OLI‑Instrument auf Landsat 8 ein, um solche Phänomene zu dokumentieren und stellt die Daten über das U.S. Geological Survey der Öffentlichkeit zur Verfügung, um weitere Analysen zu ermöglichen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA Earth Observatory, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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