NASA entdeckt ersten bestätigten RELHIC – Sternlose Gaswolke Cloud‑9
Ein internationales Forscherteam hat mithilfe des Hubble-Weltraumteleskops einen neuen Objekttyp im Universum identifiziert: Die sternlose, gasreiche Wolke „Cloud‑9“, die als Reionization‑Limited H I Cloud (RELHIC) klassifiziert wird. Die Wolke liegt etwa 14 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und stellt das erste bestätigte Beispiel einer solchen dunklen Materie‑Domäne dar.
Beobachtungsdaten und Bildgebung
Radioaufnahmen des Very Large Array (VLA) zeigten ein magentafarbenes Signal, das die Position der Wolke markierte. Das Hubble‑Advanced Camera for Surveys (ACS) untersuchte das markierte Gebiet und fand keine Sterne; die wenigen sichtbaren Objekte sind Hintergrundgalaxien.
Physikalische Eigenschaften
Die Wolke besitzt einen Durchmesser von rund 4 900 Lichtjahren. Messungen des neutralen Wasserstoffs ergaben eine Gasmasse von etwa einer Million Sonnenmassen, während die Berechnungen auf eine dunkle Materie‑Masse von circa fünf Milliarden Sonnenmassen schließen lassen.
Wissenschaftliche Bedeutung
Der Programmdirektor Alejandro Benitez‑Llambay erklärte, dass die fehlenden Sterne die Theorie eines „fehlgeschlagenen“ Galaxienbausteins bestätigen. Andrew Fox betonte, dass die Wolke einen seltenen Blick auf eine dunkle Materie‑dominierte Struktur ermögliche, die sonst schwer zu beobachten sei.
Theoretischer Kontext
RELHIC‑Modelle sagen die Existenz von neutralen Wasserstoffwolken voraus, die nie genug Gas akkumulieren, um Sterne zu bilden. Vor Hubble‑Beobachtungen konnten solche Objekte nur als sehr lichtschwache Zwerggalaxien interpretiert werden.
Frühere Entdeckungen und Bestätigung
Die Wolke wurde zunächst vor drei Jahren im Rahmen einer Radio‑Umfrage des Five‑hundred‑meter‑Aperture‑Spherical‑Telescope (FAST) in China entdeckt und später durch das Green Bank Telescope sowie das VLA bestätigt. Erst die Hubble‑Beobachtung lieferte den endgültigen Nachweis der Sternlosigkeit.
Ausblick
Die Entdeckung legt nahe, dass weitere RELHIC‑Objekte im lokalen Universum existieren könnten. Zukünftige Radio‑ und Weltraumbeobachtungen sollen die Häufigkeit solcher dunklen Materie‑Wolken ermitteln und damit das Verständnis der frühen Galaxienbildung vertiefen.
Publikation und Präsentation
Die Ergebnisse wurden im Astrophysical Journal Letters veröffentlicht und auf der 247. Tagung der American Astronomical Society in Phoenix vorgestellt.
Hubble‑Projekt
Das Hubble‑Weltraumteleskop, ein Gemeinschaftsprojekt von NASA und ESA, befindet sich seit über drei Jahrzehnten im Betrieb und liefert kontinuierlich Daten, die das Bild des Universums erweitern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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