Ein Team von Wissenschaftlern hat mithilfe von Daten des Fermi‑Gamma‑Ray‑Observatoriums Hinweise darauf gefunden, dass zwei benachbarte Supernova‑Überreste im Sternbild Zwillinge wahrscheinlich aus einem einst gemeinsamen Binärsystem stammen.
Beobachtete Ăśberreste und deren Umgebung
Die beiden Überreste, das hellere Jellyfish‑Nebula‑Remnant (IC 443) und das schwächere G189.6+3.3, liegen etwa 6.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und überschneiden sich in Röntgen‑ und Radiobildern. Ein markanter Gasfilament verbindet beide Strukturen und weist darauf hin, dass beide Supernovae mit derselben interstellaren Molekülwolke interagieren.
Physikalische Prozesse und Nachweis
Durch die Analyse von 16 Jahren Fermi‑LAT‑Daten konnten die Forscher Gamma‑Strahlung nachweisen, die mit der Zerfallskette von neutralen Pionen zusammenhängt – ein eindeutiger Hinweis darauf, dass beschleunigte Protonen aus den Schockwellen der Überreste mit umgebendem Gas kollidieren. Diese Gamma‑Strahlung wurde insbesondere im nördlichen Teil von G189.6+3.3 identifiziert.
Die Untersuchung bestätigte zudem, dass das Filament zwischen den Überresten von einer verlangsamten Schockwelle des schwächeren Remnants stammt, was die räumliche Nähe und gemeinsame Herkunft weiter untermauert.
Implikationen fĂĽr die Astrophysik
Computersimulationen von einer Million massereicher Binärsysteme zeigten, dass enge Umlaufbahnen, in denen Materie ausgetauscht wird, häufig zu zwei Supernova‑Explosionen mit ähnlichen Abständen und Zeitverzögerungen führen können. Die Wahrscheinlichkeit, die beobachtete räumliche Anordnung zufällig zu erhalten, liegt laut Schätzung unter 1 %.
Die Ergebnisse liefern ein einzigartiges Labor, um zu untersuchen, wie massive Sterne in Binärsystemen evolvieren, Materie austauschen, explodieren und dabei Geschwindigkeitsschübe („Kicks“) erhalten. Zudem eröffnet das gefundene zweite Teilchenbeschleuniger‑System neue Einblicke in die Entstehung von PeVatrons, also extrem energiereichen kosmischen Teilchen.
„Die Kombination aus Beobachtungen über das gesamte elektromagnetische Spektrum, chemischen Analysen und Simulationen malt ein überzeugendes Bild einer doppelten Supernova‑Explosion“, sagte einer der leitenden Forscher. Weitere Beobachtungen mit Fermi und zukünftigen Hochenergie‑Teleskopen sollen die Dynamik des Systems genauer beleuchten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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