Im Rahmen der bemannten Raumfahrt untersucht die NASA die Wechselwirkungen zwischen Mikroorganismen, ihren Wirten und der Umgebung, um potenzielle Gesundheitsrisiken für die Besatzung zu minimieren. Das Labor am Johnson Space Center (JSC) ist dabei zentraler Akteur.
Aufgaben des Mikrobiologielabors
Das Labor ist Teil der Direktion für menschliche Gesundheit und Leistung und überwacht mikrobiologische Parameter in Luft, Oberflächen und Wasser. Es definiert Anforderungen, koordiniert Probenahmen und analysiert sowohl Vor‑ als auch In‑Flug‑Proben, um Kontaminationen zu verhindern.
Methoden und Technologien
Forscher nutzen klassische Kultivierung, fortgeschrittene molekulare Verfahren und immunhistochemische Techniken. Zu den eingesetzten Geräten gehören ein ABI‑DNA‑Sequencer, ein Illumina MiSeq, ein Oxford Nanopore MinION, ein Agilent Bioanalyzer und das VITEK 2‑Identifikationssystem. Zusätzlich kommen Raumfahrt‑Analog‑Bioreaktoren zum Einsatz.
Ergebnisse und Publikationen
Die Arbeit hat zu zahlreichen Präsentationen und peer‑reviewten Artikeln in Fachzeitschriften wie „Infection and Immunity“, „Journal of Infectious Diseases“, „Applied and Environmental Microbiology“, „Nature Reviews Microbiology“ und den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ geführt.
Sicherheitsmaßnahmen für die Besatzung
Bei anomalen Ereignissen unterstützen Mikrobiologen das Team, um mögliche Bedrohungen für die Gesundheit oder die Lebenserhaltungssysteme zu bewerten. Lebensmittelproben werden vor dem Flug geprüft, um Infektionsrisiken zu reduzieren.
Anwendungen in Weltraum‑Analog‑Experimenten
Unterwasser‑ und andere Analogsituationen dienen dazu, das Verhalten von Mikroorganismen in Schwerelosigkeit zu simulieren. Ergebnisse zeigen, dass Mikroben unter diesen Bedingungen unerwartete Reaktionen zeigen.
Kontakt und weitere Informationen
Für Rückfragen stehen Sarah Wallace, PhD, und Hang Nguyen, PhD, als Ansprechpartner bereit.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
