Sensornetz und Messungen
NASA hat in der äthiopischen Hauptstadt Addis Ababa ein Netzwerk von zehn MAIA‑Sensoren (Multi‑Angle Imager for Aerosols) installiert, um die Konzentration von Feinstaub (PM2.5) zu messen. Die Sensoren erfassen Partikel mit einem Durchmesser von höchstens 2,5 µm und haben über einen Zeitraum von drei Jahren kontinuierlich Daten geliefert.
Ergebnisse und Gesundheitsrelevanz
Die Messungen zeigen, dass die PM2.5‑Konzentration an den überwachten Standorten zwischen 20 µg/m³ und 40 µg/m³ variiert. Der dunkelrote Bereich der Karte steht für die schlechteste Luftqualität. In Addis Ababa entsteht ein erheblicher Teil des schwarzen Kohlenstoffs – ein wichtiger Bestandteil von PM2.5 – durch Diesel‑Fahrzeuge, offene Feuer und weitere Verbrennungsquellen. Wissenschaftler verweisen darauf, dass solche Schadstoffe mit niedrigem Geburtsgewicht, beeinträchtigter Gehirnentwicklung, Atemwegserkrankungen und vorzeitiger Sterblichkeit in Verbindung gebracht werden können.
Temporale Muster
Die Daten verdeutlichen, dass die Luftverschmutzung im Tagesverlauf schwankt: Während der Hauptverkehrszeiten treten deutliche Spitzen auf, ebenso wie während festlicher Anlässe, wenn zusätzliche Verbrennungen stattfinden. Saisonale Unterschiede lassen sich ebenfalls beobachten, wobei trockene Perioden höhere Werte aufweisen.
Globale Bedeutung
Die Erkenntnisse aus Addis Ababa werden als Referenz für Städte weltweit herangezogen, darunter mehrere Metropolregionen in den Vereinigten Staaten. Durch den Vergleich mit Messungen in Los Angeles, Atlanta und Boston sollen Strategien zur Emissionsreduktion entwickelt werden.
MAIA‑Mission im Überblick
Die MAIA‑Mission kombiniert das bodengebundene Sensornetz mit einem Weltraumbeobachter. Die zugehörige Kamera, die am Jet Propulsion Laboratory (JPL) entwickelt wurde, wird voraussichtlich von der italienischen Raumfahrtagentur ASI auf einem Satelliten ab Ende 2027 gestartet. Sie ist in der Lage, unterschiedliche PM2.5‑Aerosole anhand ihrer Lichtreflexion zu unterscheiden und so großflächige Konzentrationskarten zu erzeugen.
Ausblick
Forscher planen, die gesammelten Daten weiter auszuwerten, um langfristige Trends zu identifizieren und Handlungsempfehlungen für städtische Luftreinhalteprogramme zu formulieren. Die Kombination aus bodengebundenen Messungen und Satellitenbeobachtung soll künftig eine noch präzisere Überwachung der Luftqualität ermöglichen.
[Lizenzangabe]: ‚Public Domain (U.S. Government Work)‘
[Zusatz]: “
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