USA: NASA startet STORIE-Mission zur Untersuchung des Erdmagnetfelds
Kerninformationen zur Mission
Die NASA plant den Start der STORIE‑Mission (Storm Time O+ Ring current Imaging Evolution) im Mai 2026. Die Raumsonde wird an Bord der 34. SpaceX‑Commercial‑Resupply‑Services‑Mission zur Internationalen Raumstation (ISS) transportiert und dort im Rahmen des Space Test Program – Houston 11 (STP‑H11) von der US‑Space‑Force installiert. Ziel ist es, aus einer neuartigen „inside‑out“-Perspektive die Ring‑Current‑Struktur der Erde zu erfassen und deren Dynamik während solaren Stürmen zu untersuchen.
Der Ring‑Current und seine Bedeutung
Der Ring‑Current ist ein unsichtbarer, donut‑förmiger Schwarm elektrisch geladener Teilchen, der die Erde umgibt und sich zwischen den beiden Van‑Allen‑Strahlungsgürteln befindet. Im Gegensatz zu den Strahlungsgürteln enthält er niedrigenergetische Teilchen, deren Fluss von positiv zu negativ geladenen Teilchen elektrische Ströme erzeugt. Schwankungen dieses Stroms können magnetische Störungen am Boden hervorrufen, die Pipelines, Stromnetze und Satelliten beeinträchtigen.
Technische Grundlagen der STORIE‑Instrumente
STORIE misst energetische neutrale Atome (ENAs), die entstehen, wenn Teilchen des Ring‑Currents ein Elektron aus der Erdatmosphäre (Exosphäre) aufnehmen und dadurch neutral werden. Sobald sie neutral sind, entkommen sie dem Magnetfeld und können von STORIE erfasst werden. Durch Bestimmung von Geschwindigkeit und Richtung der ENAs lässt sich die Herkunft der Teilchen – Sonnenwind oder Erdatmosphäre – differenzieren. Das Instrument legt besonderen Fokus auf positiv geladene Sauerstoffatome (O+), weil deren Auftreten auf eine Herkunft aus der Erdatmosphäre hindeutet.
Vergleich zu frĂĽheren Messungen
Vorherige Missionen wie IMAGE und TWINS beobachteten ENAs aus einer Top‑Down‑Perspektive, was zu Interferenzen durch ultraviolettes Licht der Erde führte und die Beobachtung am Äquator erschwerte. STORIE hingegen blickt von außen nach innen, sodass die Erde hinter dem Messinstrument liegt und eine klare Sicht auf den Äquatorbereich ermöglicht.
Erwartete wissenschaftliche Erkenntnisse
Der Wissenschaftler Alex Glocer, leitender Forscher am NASA Goddard Space Flight Center, betont, dass das Verständnis der Teilchenquellen und -dynamik entscheidend für die Vorhersage von Weltraumwetter ist. Die Mission soll klären, ob der Ring‑Current in kurzen, intensiven Impulsen oder über längere Zeiträume aufgebaut wird und wie viel Energie in die Erdatmosphäre übertragen wird, was Auswirkungen auf die Satellitenbahn und den atmosphärischen Widerstand hat.
Missionstermin und Laufzeit
Nach der robotischen Installation an der Außenseite des Columbus‑Moduls der ISS wird STORIE etwa alle 90 Minuten einen neuen Schnitt des Ring‑Currents aufnehmen und innerhalb von sechs Monaten ein vollständiges Bild der Ring‑Current‑Entwicklung liefern. Die Daten sollen die Modelle für Weltraumwetter verbessern und damit die Resilienz von kritischer Infrastruktur gegenüber solaren Stürmen erhöhen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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