Ein neues, farbenfrohes Bild des Tarantelnebels (30 Doradus) kombiniert Daten von drei NASA‑Weltraumteleskopen und zeigt, dass deutlich weniger heißes, Röntgen‑emittierendes Gas vorhanden ist, als Modelle vorhergesagt hatten.
Hintergrund der Tarantelnebel
Der Tarantelnebel liegt in der Großen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie der Milchstraße, in einer Entfernung von etwa 160.000 Lichtjahren von der Erde. In seiner Struktur finden sich tausende junger Sterne, die in einem honigwabenartigen Geflecht aus Gas und Staub eingebettet sind.
Zusammensetzung des Bildes
Das zusammengesetzte Bild verwendet blaue Schichten aus Röntgenstrahlen des Chandra‑Observatoriums, rote Infrarotdaten des James‑Webb‑Weltraumteleskops und grüne optische Aufnahmen des Hubble‑Teleskops. Die Röntgendaten visualisieren Gas, das durch Sternwinde auf Millionen Grad erhitzt wurde; die Infrarotdaten zeigen kühle Staubwolken und junge Sterne; die optischen Daten decken wärmeres Wasserstoffgas auf.
Ergebnisse der Analyse
Laut einer im Astrophysical Journal veröffentlichten Studie ist die Menge des Röntgen‑emittierenden Gases im Nebel deutlich geringer als erwartet. Die Untersuchung legt nahe, dass ein erheblicher Teil der Energie, die durch massive Sternwinde erzeugt wird, nicht in Form von heißem Gas erhalten bleibt.
Erklärungsansätze für Energieverlust
Forscher identifizieren drei mögliche Kanäle für den Energieverlust: Zum einen entweicht bis zu die Hälfte des heißen Gases durch Risse in den Gas‑ und Staubwänden des Nebels. Zum anderen vermischt sich ein Teil des heißen Gases mit kälterem Material an den Wandflächen, wodurch die Gesamttemperatur sinkt. Drittens deuten Computersimulationen darauf hin, dass Wärmeleitung zwischen heißem und kühlem Gas einen weiteren bedeutenden Energieverlust bewirkt.
Publikation und beteiligte Forscher
Die Arbeit wurde von Jennifer Rodriguez von der Ohio State University geleitet; weitere Mitautoren sind unter anderem Laura Lopez, Lachlan Lancaster, Anna Rosen, Omnaraynai Nayak, Sebastian Lopez, Tyler Holland‑Ashford und Trinity Webb. Die Analyse stützt sich zudem auf Daten des inzwischen stillgelegten Spitzer‑Weltraumteleskops.
Weitere Informationen
Das Chandra‑Programm wird vom Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama, verwaltet, während das Chandra‑X‑Ray‑Center der Smithsonian Astrophysical Observatory die wissenschaftlichen Operationen steuert. Weitere Details zum Chandra‑Observatorium sind auf der NASA‑Webseite verfügbar.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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