Ein neu entwickeltes, kompaktes Radar mit mehreren Frequenzen ermöglicht die gleichzeitige Erfassung von Wolken‑ und Niederschlagsdaten. Das System, das von einem Team des Jet Propulsion Laboratory (JPL) gebaut wurde, kann drei Radar‑Signale im Bereich von 36 bis 240 GHz gleichzeitig aussenden und empfangen, wodurch es für verschiedene Wasser‑ und Eisteilchengrößen empfindlich ist.
Technische Grundlagen
Das Instrument nutzt Ka‑, W‑ und G‑Band‑Signale, die Wellenlängen von etwa einem bis zehn Millimetern abdecken. Ka‑Band ist besonders geeignet für die Erfassung von Niederschlagsprofilen, W‑Band misst die Partikel, die Niederschlag erzeugen, und das bislang noch nicht aus dem Weltraum genutzte G‑Band liefert Informationen über Eis‑ und Flüssigwassergehalt in leichten Wolken.
Innovationen und Energieeffizienz
Durch die Kombination mehrerer hocheffizienter Frequenz‑Multiplikationsgeräte erzeugt das Radar Hunderte von MilliWatt bei 240 GHz, obwohl es auf einer kompakten, energiearmen Plattform betrieben wird. Die Konstruktion reduziert die Anzahl der Hochfrequenz‑Komponenten, was das Gewicht und den Stromverbrauch weiter senkt und potenziell die Kosten zukünftiger Erdbeobachtungsmissionen mindert.
Erprobungen und Feldtests
Ein Prototyp des G‑Band‑Kanals lief 11 Monate lang kontinuierlich im Rahmen des Cloud and Precipitation Experiments am Kennaook (CAPE‑K) in Tasmanien. Weitere Tests erfolgten beim Eastern Pacific Cloud Aerosol Precipitation Experiment und zuletzt an Bord eines NASA Gulfstream‑III‑Flugzeugs, wo das Radar erstmals Schnee aus der Luft beobachtete.
Bedeutung fĂĽr Wettervorhersage und Klimamodellierung
Die gleichzeitige Messung aller drei Frequenzen liefert ein umfassendes Bild der Wolkenphysik, was die Genauigkeit von Kurzfrist‑Wettervorhersagen und langfristigen Klimamodellen verbessern kann. Durch die Kombination der unterschiedlichen Signale lassen sich Prozesse von der Wolkenbildung bis zur Niederschlagsentwicklung besser nachvollziehen.
Ausblick und DatenverfĂĽgbarkeit
Das Team arbeitet derzeit an der Kalibrierung und Aufbereitung der gesammelten Daten für die öffentliche Freigabe. Weitere Informationen zum Projekt finden sich im NASA TechPort‑Eintrag.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
Ende der Ăśbertragung