USA: NASA testet Sensor zur Messung der arktischen Meereisdicke – Feldkampagne im April 2026
Im April 2026 führten Ingenieure des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Südkalifornien eine Feldkampagne im kanadischen Norden durch, um einen neu entwickelten Sensor zu erproben, der die Geschwindigkeit des Abschmelzens von arktischem Meereis quantifizieren soll. Während zweier Wochen wurden über dem Arktischen Ozean Flüge durchgeführt, die exakt mit dem Vorbeiflug von Satelliten abgestimmt waren, um kombinierte Messungen aus Luft und Raum zu ermöglichen.
Flugkampagne und Sensoren
Die Einsätze erfolgten in einem Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg, das aus einer Höhe von etwa 1.500 Fuß (457 Meter) operierte. An Bord befanden sich mehrere hochmoderne Messinstrumente, darunter ein Prototyp des Mikrowellenradiometers, das derzeit im JPL getestet wird. Die Geräte erfassen die Dicke des Meereises, die Schneehöhe sowie Mikrowellenemissionen von der Oberfläche, um präzise Daten zu gewinnen.
Satellitenkoordination
Die Flüge wurden synchron zu Satellitenüberflügen geplant, um identische Messpunkte zu erfassen. Dabei kamen Missionen wie das Surface Water and Ocean Topography (SWOT)-Programm, das gemeinsam von NASA und der französischen Raumfahrtbehörde CNES betrieben wird, sowie ICESat‑2 und das europäische CryoSat‑2 zum Einsatz. Durch die Kombination von Luft‑ und Raumdaten sollen Algorithmen für aktuelle und zukünftige Missionen verbessert werden.
Bedeutung fĂĽr das Klima
In den letzten Jahrzehnten haben sich sowohl die Ausdehnung als auch die Dicke des arktischen Meereises verändert. Genauere Messungen unterstützen die Forschung zu Klimaveränderungen, verbessern die Vorhersage von Wetter‑ und Ozeanbedingungen und dienen der sicheren Navigation in zunehmend befahrbaren Gewässern.
Internationale Zusammenarbeit
Im Rahmen der Kampagne arbeiteten NASA‑Forscher mit Partnern der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), dem deutschen Alfred‑Wegener‑Institut und der University of Calgary zusammen. Gemeinsam nutzten sie das Flugzeug, um Daten für das geplante Copernicus‑Polar‑Ice‑and‑Snow‑Topography‑Altimeter‑Projekt (CRISTAL) zu sammeln, das von ESA in Kooperation mit NASA entwickelt wird.
Lokale Kontakte
Während der Mission trafen die Wissenschaftler in der Gemeinde Inuvik sowie im Dorf Cambridge Bay auf lokale Führungspersonen und Schülerinnen und Schüler eines STEM‑Camps. Die Gespräche verdeutlichten, dass das schmelzende Eis nicht nur ein globales Klimathema, sondern auch eine unmittelbare Auswirkung auf die Lebensweise der Menschen vor Ort darstellt.
Ausblick
Der getestete Sensor soll im kommenden Jahr in eine Raumfahrtmission integriert werden, um langfristige Beobachtungen der arktischen Meereisdicke zu ermöglichen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden zudem in die Weiterentwicklung von Algorithmen für zukünftige Satelliteninstrumente einfließen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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