Im Sommer 1965 und 1966 lieĂź das Apollo-Programm der NASA Astronauten Feldgeologie-Ăśbungen im Katmai-Nationalpark in Alaska durchfĂĽhren, um Bedingungen auf dem Mond zu simulieren. Gleichzeitig dient das Gebiet heute als Forschungsobjekt, das AufschlĂĽsse ĂĽber vulkanische Prozesse auf dem Mond und dem Mars geben soll.
„Moon Game“ – Training im Feld
Laut William Phinney, Koordinator des wissenschaftlichen Trainings, wurden die Astronauten in Paaren an unbekannten Stellen abgesetzt und sollten so tun, als befänden sie sich auf dem Mond. Sie sammelten repräsentative Gesteinsproben und übten die Übermittlung ihrer Beobachtungen an Wissenschaftler.
Geologische Besonderheiten des Tals
Das Einsatzgebiet war das Tal der Zehntausend Rauchs, ein vulkanisches Becken, das durch den Ausbruch des Novarupta im Jahr 1912 entstanden ist – dem größten Vulkanausbruch des 20. Jahrhunderts. Das dort abgelagerte Asche‑ und Schlackengebiet erreicht an manchen Stellen eine Dicke von 660 Fuß (200 Meter) und wurde bei etwa 1 380 °F (750 °C) emittiert.
Ursprung des Ausbruchs
Ursprünglich vermuteten Wissenschaftler, der Ausbruch sei am benachbarten Berg Katmai entstanden, der sechs Meilen (10 Kilometer) östlich des Novarupta‑Kuppels liegt. Spätere Analysen zeigten, dass das Magma aus dem Novarupta‑System stammte und beim Entleeren der Magmakammer der Katmai‑Kessel zusammenbrach, wodurch ein rund 2,5‑Meilen‑breiter (4 Kilometer) Caldera entstand.
Moderne Feldforschung 2024
Im Jahr 2024 unternahm das Goddard Instrument Field Team (GIFT) eine Expedition in das Tal, um die eisige Vulkanlandschaft zu untersuchen. Die Forscher verglichen die dortigen Gletscher‑ und Ascheschichten mit ähnlichen Formationen auf dem Mars und sammelten Gesteinsproben, die den Mond‑Gruithuisen‑Kuppeln ähneln.
Bedeutung für Mond‑ und Marsforschung
Die gewonnenen Daten unterstützen die Interpretation von vulkanischen Strukturen auf dem Mond und dem Mars, weil das Tal nahezu ungestörte Beispiele für pyroklastische Ablagerungen liefert. Damit setzt die heutige Forschung die Tradition des „Moon Game“ fort und erweitert das Verständnis planetaryer Geologie.
Satellitenaufnahmen
Am 29. September 2025 erfasste der Operational Land Imager (OLI) an Bord von Landsat 9 hochauflösende Bilder des Tals, die die massive Asche‑ und Schlackenschicht deutlich zeigen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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