Kerninformation
NASA-Wissenschaftler des INSPYRE‑Programms (INjected Smoke and PYRocumulonimbus Experiment) haben am 3. August 2026 eine pyrocumulonimbus‑Wolke (pyroCb) über dem Widemouth‑2‑Feuer in Utah mit der Forschungsflugzeug GV und der NASA‑ER‑2 erfasst. Die Mission zielte darauf ab, die Zusammensetzung und das Verhalten von hochgelegenen Rauchschichten zu messen, die durch großflächige Waldbrände in die Stratosphäre transportiert werden.
Entwicklung des Feuers
Ein Blitzschlag löste das Feuer am 27. Juli 2026 aus. Bis zum 2. August wuchs die Fläche des Brandes bei starkem Wind und trockenen Bedingungen mehr als doppelt. An diesem Tag entstanden zwei pyroCb‑Ausbrüche, die kurz darauf von dem MODIS‑Sensor des Aqua‑Satelliten erfasst wurden.
Satellitenbeobachtungen
Die MODIS‑Aufnahmen zeigten Wolkenspitzen mit einer Helligkeitstemperatur von unter −40 °C, einem üblichen Schwellenwert zur Identifikation von pyroCbs. Michael Fromm vom U.S. Naval Research Laboratory erklärte, dass diese niedrigen Temperaturen darauf hinweisen, dass die Wolkenspitzen bis in die obere Troposphäre und teilweise in die Stratosphäre reichen.
Flugmission und Messungen
Am 3. August 2026 flog das GV‑Flugzeug über New Mexico, wo es eine Rauchschicht in einer Höhe von etwa 12 km (8 Meilen) über dem Boden durchquerte. Die an Bord befindlichen Sensoren sammelten Daten zu Partikeln und Gasen, die normalerweise nicht in Wettermodelle einfließen.
Wissenschaftliche Bedeutung
PyroCbs können große Mengen an Partikeln in die obere Atmosphäre transportieren. Forschungen schätzen, dass jährlich rund 70 pyroCbs weltweit auftreten, davon bereits 13 im kontinentalen USA im Jahr 2026. Solche Ereignisse könnten bis zu 25 % des schwarzen Kohlenstoffs und organischer Aerosole in der unteren Stratosphäre ausmachen und damit das Ozon und den Energiehaushalt der Erde beeinflussen.
Langzeitwirkungen und Vergleich
Seit den frühen 2000er‑Jahren wurden über 700 pyroCb‑Ereignisse dokumentiert. Die Gesamtmasse an Partikeln, die durch pyroCbs während einer Brandsaison in die Stratosphäre gelangt, kann mit der von großen Vulkanausbrüchen vergleichbar sein.
Offene Forschungsfragen
Unklar bleibt, welche Vegetationstypen die Entstehung von pyroCbs begünstigen, warum manche Wolken mehr Blitz erzeugen und warum nur ein kleiner Teil der Brände solche Wolken bildet. Die Vorhersagegenauigkeit für pyroCbs ist derzeit begrenzt.
Aussagen der Wissenschaftler
Michael Fromm betonte: „Obwohl sie gefährliche Auswirkungen am Boden haben, überraschen uns pyroCbs immer wieder durch ihre langen Spuren in der oberen Troposphäre und unteren Stratosphäre.“ David Peterson, leitender Wissenschaftler des INSPYRE‑Programms, fügte hinzu: „Die Minimierung von Unsicherheiten für Feuervorhersagen ist ein zentraler Grund, warum wir diese Wolken untersuchen.“Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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