Ein neuer Förderzyklus des US‑Weltraumprogramms hat 18 Projekte mit insgesamt 3,2 Millionen Dollar unterstützt. Jeder Zuschuss umfasst bis zu 175 000 Dollar für eine neunmonatige Konzeptstudie, die sich in einer frühen Entwicklungsphase befindet und nicht als offizieller NASA‑Auftrag gilt.
Vision und strategische Ziele
„NASA hat eine ambitionierte Vision für die Zukunft der Weltraumerkundung. Wir wollen den Mond dauerhaft besiedeln, den Mars erreichen und unser Verständnis des Universums vertiefen“, erklärte Greg Stover, Direktor der Abteilung für fortgeschrittene Forschung und Technologie. „Dafür sind mehr als inkrementelle Fortschritte nötig – wir benötigen große Sprünge. Diese Förderungen unterstützen genau die Innovationen, die die Welt von NASA vorantreiben muss.“
Innovationsprinzipien
„Jede Innovation, jeder technologische Durchbruch beginnt mit einer Idee“, betonte Phillip Williams, amtierender Programmdirektor des NIAC. „Das NIAC‑Programm ermöglicht es, diese Ideen zu kultivieren und zu prüfen, ob sie künftig Raumfahrtmissionen und die nationale Luft‑ und Raumfahrt‑Wirtschaft unterstützen können.“
Lunar‑ und Mondinfrastruktur
Mehrere geförderte Konzepte zielen darauf ab, die dauerhafte Präsenz auf dem Mond zu ermöglichen. Dazu gehören ein System, das schwebende Roboter zur Erkundung von Lavatunneln unter der Mondoberfläche unterstützt, ein Temperatur‑Management‑Ansatz für kleine mobile Erkundungsroboter sowie ein radioisotop‑basiertes Heizungssystem für Raumanzüge, das Astronauten während der fast zweiwöchigen Mondnächte warm hält.
Planetare Forschungsinitiativen
Ein weiteres Projekt widmet sich der Härtung von Instrumenten für Langzeitmissionen in der heißen Atmosphäre der Venus. Zusätzlich wird ein Schwarm von 10 000 winzigen Satelliten vorgeschlagen, um die Ringe des Saturn zu kartieren, während ein zweites Konzept ein System zur Probenentnahme aus den Ringen von Saturn, Uranus und Neptun vorsieht.
Interstellare und erdbezogene Anwendungen
Weitere Förderungen befassen sich mit der Stromversorgung interstellarer Raumfahrzeuge, der Kartierung von Kontinenten auf Exoplaneten, der Beobachtung von Photon‑Ringen um Schwarze Löcher und der Detektion feiner Gravitationswellen zur Erklärung der Galaxienentstehung. Zusätzlich wird die Nutzung von weltraum‑basiertem Staub zur Reduktion der solaren Einstrahlung auf der Erde sowie die Überwachung von Weltraumschrott untersucht.
Weiteres Vorgehen und Ausblick
Die ausgewählten NIAC‑Stipendiaten werden ihre Konzepte im Rahmen der neunmonatigen Phase‑I‑Studien weiterentwickeln, potenzielle Herausforderungen identifizieren und Möglichkeiten für eine spätere Phase‑II‑Förderung aufzeigen. Die Ergebnisse sollen die technologische Basis für zukünftige NASA‑Missionen stärken.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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