NASA‑Wissenschaftler liefert erstes globales Bild saisonaler Gletscherdynamik
Neues Datenset eröffnet weltweite Perspektive
Ein von NASA veröffentlichter globaler Datensatz beschreibt, wie Gletscher auf der ganzen Erde im Jahresverlauf schneller oder langsamer fließen. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Science im November 2025 publiziert und basieren auf mehr als 36 Millionen Satellitenbild‑Paaren, die unter anderem Landsat‑Daten aus den Missionen 4 bis 9 umfassen.
Methodik und Datenbasis
Der Datensatz kombiniert optische Aufnahmen von Landsat mit Radar‑Messungen des ITS_LIVE‑Projekts des Jet Propulsion Laboratory. Durch das Verfahren des Feature‑Trackings werden winzige Oberflächenverschiebungen ermittelt, wobei die 15‑Meter‑Panchromatik‑Bandbilder von Landsat für die höchste Auflösung sorgen. Ergänzend werden Radar‑Daten eingesetzt, die unabhängig von Tageslicht und Wolkenbedingungen Aufnahmen ermöglichen.
Einzigartigkeit der Studie
Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen, die sich meist auf einzelne Gletscher oder regionale Gebiete beschränkten, charakterisiert diese Arbeit die saisonalen Flussänderungen aller bedeutenden Gletscher weltweit. Durch die einheitliche Methode lassen sich universelle Zusammenhänge ableiten, die zuvor nicht erkennbar waren.
Warum Landsat?
Landsat liefert aufgrund seiner nahezu exakten Wiederholungsbahnen, der Nadir‑Blickrichtung und der stabilen Instrumentengeometrie ein besonders zuverlässiges Bild von Oberflächendisplacement. Seit dem Start von Landsat 8 im Jahr 2013 ist die zeitliche Abdeckung besonders dicht, was die Analyse von Jahreszeit‑Zyklen erleichtert.
Wesentliche Ergebnisse
Die Analyse zeigt, dass die saisonale Variabilität deutlich zunimmt, sobald die jährlichen Maximaltemperaturen den Gefrierpunkt überschreiten. Pro Grad Celsius über diesem Schwellenwert steigt die Amplitude des saisonalen Flusszyklus weiter an. Regionale Unterschiede hängen stark von lokalen geologischen und hydrologischen Bedingungen ab.
Ausblick und zukünftige Forschung
Die Integration von Daten der neuesten Landsat‑9‑Mission läuft bereits, und zukünftige Sensorverbesserungen – höhere räumliche Auflösung und häufigere Wiederholungen – könnten die Genauigkeit der Geschwindigkeitsmessungen weiter steigern. Gleichzeitig erhöhen kürzere Bildabstände das Rauschen, weil die Verschiebungen über kürzere Zeiträume kleiner sind. Die offene Datenbasis soll Wissenschaftlern weltweit ermöglichen, weitere Fragen zur Gletscherdynamik zu untersuchen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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