Nepal erkennt Chepang-Gebiet als OECM zur Erreichung des 30‑Prozent‑Ziels an
Nepal hat die Chepang-Landschaft als „Other Effective Area‑Based Conservation Measure“ (OECM) vorgeschlagen, um das internationale Ziel von 30 % geschützter Fläche bis 2030 zu unterstützen. Die Maßnahme folgt dem Kunming‑Montreal‑Global‑Biodiversity‑Framework, das 2022 von der Konferenz der Vertragsparteien des Übereinkommens über biologische Vielfalt (CBD) verabschiedet wurde.
Hintergrund zum OECM‑Framework
OECMs sind geografisch definierte Flächen, die nicht als klassische Schutzgebiete gelten, aber langfristig positive Ergebnisse für den Erhalt der Biodiversität liefern. Sie können von indigenen Gemeinschaften oder lokalen Akteuren verwaltet werden und unterstützen zugleich Ökosystemfunktionen, kulturelle Werte und sozio‑ökonomische Bedürfnisse.
Bedeutung für die Chepang‑Gemeinschaft
Die Chepang‑Gemeinschaft bewirtschaftet rund 300 ha Waldfläche auf sechs Hügeln und trägt durch traditionelle Landwirtschaft, nachhaltige Ressourcennutzung und Koexistenz mit Wildtieren zum Erhalt der lokalen Biodiversität bei. Das OECM‑Label soll diese Praxis anerkennen und gleichzeitig den Schutz von Arten wie Tiger, Leopard und Asiatischer Elefant stärken.
Umfang und Verwaltung des Gebiets
Die vorgeschlagene OECM‑Fläche erstreckt sich über 13 479 ha in den Bezirken Makawanpur, Chitwan und Dhading. Die Verwaltung liegt in gemeinsamer Verantwortung des Community Forest Users Group (CFUG) und des Divisional Forest Office (DFO). Insgesamt 103 Chepang‑Haushalte sind in die Bewirtschaftung eingebunden.
Potenzielle Vorteile und Risiken
Durch die OECM‑Anerkennung könnten neue Finanzierungsmechanismen wie Zahlungen für Ökosystemleistungen, Kohlenstoffgutschriften und gemeindebasierter Ökotourismus entstehen. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass staatlich geleitete Regelungen traditionelle Praktiken wie Jagd einschränken und damit die Lebensgrundlage der Gemeinschaft gefährden.
Erwartete nächste Schritte
Der Vorschlag befindet sich derzeit in der Überprüfung. Experten betonen, dass eine umfassende Information und sinnvolle Beteiligung der Chepang‑Vertreter, der Nepal Chepang Association und weiterer zivilgesellschaftlicher Akteure notwendig ist, um Konflikte über Landrechte und Ressourcenzugang zu vermeiden.
Ausblick
Die OECM‑Initiative könnte ein Modell für die Einbindung indigener Wissenssysteme in den Naturschutz darstellen, sofern die Umsetzung die Rechte und Bedürfnisse der betroffenen Gemeinschaft respektiert. Beobachter werden die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Global Voices, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
Ende der Übertragung
