Neue Erkenntnisse über die Morphogenese des Herpes-Simplex-Virus-1
Wissenschaft & Forschung: Durchbruch bei der Erforschung von HSV-1
Die Morphogenese des Herpes-Simplex-Virus-1 (HSV-1) ist ein komplexer Prozess, an dem zahlreiche virale Gene beteiligt sind. Trotz intensiver Forschung bleiben die relative Bedeutung und Funktion dieser Gene jedoch weitgehend unverstanden.
Virusprotein-Funktion und -Interaktion
Transmissionselektronenmikroskopie (TEM) wurde verwendet, um die Funktion von Virusproteinen in Zellen zu untersuchen, die mit HSV-1-Mutanten infiziert waren. Allerdings wurden diese Studien in der Regel ohne korrelative Lichtmikroskopie durchgeführt, um spezifische virale Komponenten zu identifizieren.
In einer aktuellen Studie wurden fluoreszierende Kapsid- (eYFP-VP26) und Envelope-Proteine (gM-mCherry) mittels strukturierter Beleuchtungsmikroskopie unter kryogenen Bedingungen (cryoSIM) und die zelluläre Ultrastruktur wurde aus den gleichen infizierten Zellen mittels kryogenen weichen Röntgen-Tomographie (cryoSXT) aufgenommen.
Untersuchung von HSV-1-Mutanten
Neun fluoreszierende HSV-1-Mutanten, bei denen jeweils ein unterschiedliches Virusprotein fehlte, wurden verglichen, um die Bedeutung von Virusproteinen in verschiedenen Stadien der HSV-1-Morphogenese zu bewerten. Die relative Bedeutung von fünf Virusproteinen für den Kernausgang wurde anhand der Ausmaße der Attenuierung für jedes Virus eingestuft.
Korrelative Bildgebung ergab auch die Rollen von fünf Virusproteinen bei der zytoplasmatischen Umhüllung. VP16 wurde als wichtig für die Kapsid-Lieferung an Umhüllungskompartimente identifiziert, während zytoplasmatische Cluster von Viruspartikeln und Merkmale einer blockierten Umhüllung, die bisher nicht beschrieben wurden, in Abwesenheit von pUL11, pUL51, gK und gE beobachtet wurden.
3D-Bildgebung und Morphogenese
Schließlich wurde dieser 3D-Bildgebungsansatz verwendet, um verschiedene Assemblage-Stadien während der zytoplasmatischen Umhüllung aufzunehmen und zu bestimmen, dass die Umhüllung durch Partikel-Blasenbildung und nicht durch Umschlagen erfolgt. Die Ergebnisse zeigen, dass die tomographische 3D-korrelative Bildgebung eine aufkommende Technologie ist, die neue Erkenntnisse über Virusprotein-Funktionen und Virion-Morphogenese liefert.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Wissenschaft & Forschung, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
Ende der Übertragung
