USA: Neue Exoplaneten‑Kandidaten durch Eklipsen‑Timing im TESS‑Datensatz entdeckt
Eine aktuelle Untersuchung von Daten des Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) hat über zwei Dutzend potenzielle Exoplaneten identifiziert, die mit herkömmlichen Transit‑Methoden bislang unentdeckt blieben.
Analyseverfahren
Forscher haben die Zeitpunkte von gegenseitigen Verfinsterungen binärer Sterne exakt gemessen und nach systematischen Abweichungen gesucht, die auf die gravitative Wirkung unsichtbarer Begleiter hindeuten. Dieses Vorgehen ermöglicht die Entdeckung von Planeten, deren Bahnen nicht zu einer direkten Transit‑Messung führen.
Ergebnisse der Studie
Nach Auswertung von 1.590 binären Systemen mit mindestens zwei Jahren Beobachtungszeit wurden 27 Systeme mit Kandidatenplaneten ermittelt. Die kleinste geschätzte Masse beträgt etwa 12 Erdmassen, die größte rund 3.200 Erdmassen – etwa das Zehnfache der Jupiter‑Masse. Bislang hat TESS insgesamt 885 bestätigte Exoplaneten und mehr als 7.900 Kandidaten gefunden.
Implikationen fĂĽr die Planetentstehung
Die Orientierung der Planetenbahnen in Doppelsternsystemen liefert Hinweise auf deren Entstehungsmechanismen. Während einige Modelle eine bevorzugte Lage in der Ebene der beiden Sterne vorsehen, deuten die neuen Befunde auf eine mögliche Vielfalt von Bahnen hin, die auch stark geneigt sein können.
Technische Rahmenbedingungen der TESS‑Mission
Seit Beginn der wissenschaftlichen Operationen im Jahr 2018 beobachtet TESS den Himmel in Sektoren von 24 × 96 Grad für etwa einen Monat pro Abschnitt. Die Kameras erzeugen alle drei Minuten ein Gesamtbild des Sektors und ermöglichen damit eine kontinuierliche Lichtkurven‑Erfassung.
Zukünftige Bestätigungen
Die Bestätigung der Kandidaten erfordert bodengebundene Spektroskopie, um die Radialgeschwindigkeit der Wirtssterne zu messen und die gravitative Anziehung der potenziellen Planeten nachzuweisen.
Beteiligte Institutionen und Weiteres
Die Studie wurde von Margo Thornton, Doktorandin an der University of New South Wales (UNSW) in Sydney, geleitet. Weitere Mitwirkende sind Benjamin Montet, Wissenschaftler an der UNSW, sowie Allison Youngblood, Projektwissenschaftlerin des TESS‑Programms am Goddard Space Flight Center. Interessierte können im Rahmen des Citizen‑Science‑Projekts „Planet Hunters TESS“ selbst Lichtkurven analysieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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