USA: Neue Risikobewertungsmethode für Personal in der Stromnetzbetätigung entwickelt
Ein neu entwickeltes Verfahren ermöglicht es, Risiken für das Personal bei der Bedienung von Stromnetzen systematisch zu erfassen und zu gewichten. Die Methode kombiniert Szenario‑Konstruktion, Grau‑Relation‑Analyse und Bayessche Netze, um in typischen Betriebssituationen präzise Einschätzungen zu liefern.
Hintergrund
Die Sicherheit von Mitarbeitenden in der Energieerzeugung ist ein zentrales Element des öffentlichen Wohls und der langfristigen Stabilität der Branche. Neben individuellen Handlungen spielen Geräte‑zustand, Umgebungsbedingungen und organisatorische Prozesse eine entscheidende Rolle, was die Risikoidentifikation komplex macht.
Methodik
Die Forscher Wan Wang, Xinghao Zhao, Lei Wang und Tingxin Qin integrierten die Theorie des Szenario‑Baus in die Praxis des Netzbetriebs. Sie nutzten den Grau‑Relation‑Grad, um die Stärke von Einflussfaktoren zu bestimmen, und ergänzten diesen Ansatz durch ein Bayessches Netzwerk, das die Wahrscheinlichkeiten von Ereignisketten abbildet.
Anwendungsszenario
Die Methode wurde auf das Live‑Line‑Verbinden von Leitungszweig‑Leitungen an 10‑kV‑Freileitungen angewendet. Der Arbeitsablauf wurde in vier Schlüsselphasen unterteilt, wobei in jeder Phase unterschiedliche dominierende Risikofaktoren identifiziert wurden.
Ergebnisse
Die Analyse ergab, dass menschliche und Umweltfaktoren die höchsten Gesamtgewichte besitzen, was mit den Mustern realer Unfälle übereinstimmt. Besonders überraschend war der hohe Einfluss der physischen und psychischen Verfassung der Bediener, ein Aspekt, der künftig stärker beachtet werden sollte.
Risikotransmission
Die Untersuchung zeigte zudem einen signifikanten Übertragungseffekt von Risiken zwischen den einzelnen Arbeitsschritten. Die Qualität eines vorangehenden Schrittes bestimmt demnach maßgeblich die Sicherheit der nachfolgenden Tätigkeiten.
Schlussfolgerungen
Die ermittelten Daten liefern direkte Unterstützung für Entscheidungen zur präzisen Steuerung von Sicherheitsmaßnahmen im Netzbetrieb. Durch die verbesserte wissenschaftliche Fundierung können Präventions‑ und Kontrollstrategien gezielter und wirksamer umgesetzt werden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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