Deutschland: Bericht zur geplanten Sportförderungsreform
Ein im Bundestag diskutierter Gesetzesentwurf sieht die Gründung einer öffentlich-rechtlichen Stiftung als zentrale Stelle für die Förderung des Spitzensports vor. Das Gesetz soll am Mittwoch, dem 24. Juni 2026, im Sportausschuss öffentlich beraten werden. Ziel sei ein effizienterer Einsatz der Bundesmittel und eine einheitliche Steuerung der Fördermaßnahmen.
Ziel des Gesetzentwurfes
Der Entwurf legt die Finanzierung des Spitzensports erstmals auf eine spezielle gesetzliche Grundlage. Die neue Agentur soll eigenständige sportfachliche Expertise besitzen und die Förderung aus einer Hand steuern.
Kritik an der Zusammensetzung des Stiftungsrates
Der Entwurf sieht einen Stiftungsrat mit zehn Mitgliedern vor: zwei Bundestagsabgeordnete, drei Vertreter der Bundesregierung, ein Ländervertreter, drei Vertreter des Deutschen Olympischen Sportbundes und ein Vertreter des Deutschen Behindertensportverbands. Mehrere Fachleute kritisieren die fehlende Parität zwischen Politik und Sport und fordern zusätzliche Sitze für Sportvertreter, um eine ausgewogene Entscheidungsbasis zu schaffen.
Beteiligung von Athleten
Vertreter der Athletenorganisation fordern einen festen Sitz für einen Athletenvertreter im Stiftungsrat. Sie argumentieren, dass Entscheidungen nur dann breit akzeptiert werden können, wenn die Betroffenen – also die Athleten – an den Verhandlungstischen sitzen.
Soziale Absicherung der Athleten
Die Kritik richtet sich auch gegen das Fehlen von Regelungen zur Krankenversicherung, Altersvorsorge und Absicherung bei Verletzungen oder Karriereübergängen. Vertreter fordern verbindliche Vorgaben, die die soziale Verantwortung des Staates für die sportlichen Spitzenleistungen klar regeln.
Arbeitsbedingungen fĂĽr Trainer
Ein Sprecher der Trainervereinigung fordert einen einheitlichen Tarifvertrag für Trainer, der faire Vergütung, klare Arbeitszeiten und langfristige Perspektiven bietet. Das Fehlen von verbindlichen Tarifregelungen wird als langjähriges Problem benannt.
Stellungnahmen von Verbänden
Vertreter des Deutschen Olympischen Sportbundes bemängeln die fehlende Formulierung, dass der Bund für die Finanzierung verantwortlich ist. Der Deutsche Behindertensportverband betont die Notwendigkeit, den Paralympischen Sport gleichwertig im Förderungsrahmen zu verankern. Die Athletenorganisation fordert die Verankerung eines Safe‑Sport‑Codes als Förderbedingung.
Parlamentarische Initiativen
Die Fraktionen der AfD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und weitere Fraktionen haben Anträge eingereicht, die unter anderem mehr Transparenz, stärkere finanzielle Unterstützung für Duale Karrieren und verbesserten Mutterschutz für weibliche Sportler fordern.
Einschätzung der Expertenkommission
Der Vorsitzende der Potenzialanalyse‑Kommission betont, dass der Erfolg der Reform davon abhängt, ob die Agentur ihre Aufgaben unabhängig von politischen und parteiischen Interessen wahrnehmen kann. Er empfiehlt, die Zahl der Stiftungsratsmitglieder nicht weiter zu erhöhen, sondern die Unabhängigkeit zu sichern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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