Eine prospektive Untersuchung hat die Wiederholbarkeit und Reproduzierbarkeit des neuartigen Brillouin Optical Scanning Systems (BOSS®) bei der Messung biomechanischer Eigenschaften von Hornhaut und Linse im lebenden Auge evaluiert. Die Autoren geben an, dass das Gerät in drei separaten Messungen an drei verschiedenen Geräten von unterschiedlichen Technikern eingesetzt wurde, um seine Eignung für den klinischen Einsatz zu prüfen.
Studienaufbau
Erwachsene Patienten im Alter von 24 bis 72 Jahren wurden nach einer Standardaugenuntersuchung in die Studie aufgenommen. Elf von 33 Patienten wiesen Keratokonus auf, darunter fünf mit vorheriger Kreuzvernetzung, drei ohne Kreuzvernetzung und drei nach Keratoplastik; die übrigen 22 Patienten waren visuell normal. An zwei getrennten Besuchsterminen wurden monokulare Linsenscans sowie Hornhautscans (ein Punkt für die Linse, sieben Punkte für die Hornhaut) jeweils dreimal an jedem der drei BOSS‑Geräte durchgeführt.
Ergebnisse fĂĽr die Linse
Der gemittelte Linsenkernmodul betrug 3,33 ± 0,052 GPa (Mittel ± SD). Die Wiederholbarkeit innerhalb eines Geräts lag bei einem Variationskoeffizienten (CV) von 1,6 %. Die einzelnen Geräte zeigten Werte von 3,35 ± 0,037 GPa (CV = 1,1 %) bis 3,30 ± 0,071 GPa (CV = 2,1 %).
Ergebnisse fĂĽr die Hornhaut
Der durchschnittliche Hornhaut‑Steifigkeitswert betrug 2,83 ± 0,031 GPa. Die Wiederholbarkeit innerhalb eines Geräts lag bei einem CV von 1,1 %. Die Messungen variierten zwischen 2,85 ± 0,015 GPa (CV = 0,5 %) und 2,81 ± 0,036 GPa (CV = 1,3 %).
Reproduzierbarkeit
Die berechneten Reproduzierbarkeits‑CVs betrugen 2,1 % für die Linsen‑Mittelwerte und 1,6 % für die Hornhaut‑Mittelwerte, was auf konsistente Ergebnisse zwischen den drei Geräten hinweist.
Schlussfolgerungen
Die Studie verzeichnete keine unerwünschten Ereignisse und zeigte, dass das BOSS‑System stabile Steifigkeitswerte für sowohl Linse als auch Hornhaut liefert. Die Autoren schließen, dass das Gerät ein vielversprechendes Werkzeug für biomechanische Messungen in der Ophthalmologie darstellen könnte.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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