International: NG‑Prävalenz in Subsahara‑Afrika – systematischer Überblick
In den letzten Jahrzehnten wurde in Subsahara‑Afrika eine durchschnittliche urogenitale Prävalenz von 3,2 % (95 %‑KI: 2,9–3,5) für Neisseria‑gonorrhoeae‑Infektionen ermittelt, wobei die Werte stark zwischen einzelnen Studien schwanken. Besonders hohe Raten wurden bei Schlüsselpopulationen wie Sexarbeiterinnen (11,5 % urogenital) und Männern, die Sex mit Männern haben (8,3 % anorektal), beobachtet.
Methodisches Vorgehen
Forscherinnen und Forscher führten eine systematische Literaturrecherche nach PRISMA‑Kriterien in den Datenbanken Embase, PubMed, Scopus und Web of Science bis zum 4. Juni 2025 durch. Eingeschlossen wurden Studien, die Prävalenzdaten für NG in Subsahara‑Afrika lieferten. Insgesamt wurden 950 Publikationen mit 1.604 Prävalenzmessungen aus dem Zeitraum 1964–2025 analysiert.
Gesamtprävalenz in der Allgemeinbevölkerung
Die random‑effects‑Meta‑Analyse ergab für die Allgemeinbevölkerung eine urogenitale Prävalenz von 3,2 % (95 %‑KI: 2,9–3,5). Die Heterogenität zwischen den Studien war hoch, was auf erhebliche Unterschiede in den lokalen Epidemiologien hinweist.
Prävalenz in Schlüsselpopulationen
Bei weiblichen Sexarbeiterinnen lag die urogenitale Prävalenz bei 11,5 % (95 %‑KI: 9,9–13,2) und die anorektale bei 2,0 % (95 %‑KI: 0,4–4,5). Männer, die Sex mit Männern haben, wiesen eine urogenitale Prävalenz von 2,8 % (95 %‑KI: 2,4–3,3), eine anorektale Prävalenz von 8,3 % (95 %‑KI: 5,8–11,0) und eine oropharyngeale Prävalenz von 5,7 % (95 %‑KI: 3,6–8,3) auf.
Symptomatische Fälle und Schwangerschaft
Symptomatische Männer zeigten eine urogenitale Prävalenz von 51,5 % (95 %‑KI: 47,5–55,5), während symptomatische Frauen eine Prävalenz von 9,0 % (95 %‑KI: 7,7–10,4) aufwiesen. Unter Frauen mit ungünstigen Schwangerschafts‑ oder Geburtsergebnissen betrug die urogenitale Prävalenz 8,6 % (95 %‑KI: 5,3–12,6).
Trends und Einflussfaktoren
Meta‑Regressionsanalysen erklärten mehr als die Hälfte der Variabilität und zeigten einen langfristigen Rückgang von etwa 1 % pro Jahr, Unterschiede zwischen Subregionen, einen klaren Gradient nach Populationstyp und einen Rückgang mit zunehmendem Alter, jedoch keinen Unterschied nach Geschlecht.
Implikationen fĂĽr die Gesundheitspolitik
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer verstärkten Surveillance, erweiterter Präventions‑ und Diagnostikstrategien sowie einer fortlaufenden Beobachtung der antimikrobiellen Resistenz von Gonokokken, um wirksame Kontrollmaßnahmen in Subsahara‑Afrika zu ermöglichen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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