International: Nigerianische Jugend gestaltet zukünftige Gesundheitsprioritäten in Afrika
Hintergrund und Zielsetzung
In Abuja fand eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützte Konsultation statt, bei der junge Menschen aus Nigeria ihre Sichtweisen zu künftigen Gesundheitsstrategien der WHO‑Region Afrika einbrachten. Ziel war es, Beiträge zum Afrikanischen Regionalen Strategischen Plan 2026‑2030 und zur Vision 2035 zu sammeln und damit die Gesundheitsplanung stärker an den Bedürfnissen der Jugend auszurichten.
Teilnehmer und Demografie
Die Veranstaltung versammelte 230 Teilnehmende, darunter Vertreter von Jugendorganisationen, Nachwuchsgesundheitsexperten, Studierende, junge Innovatoren, Menschen aus intern vertriebenen Personen (IDP)‑Lagern, außerschulische Jugendliche und Personen mit Behinderung. Die Teilnehmenden kamen aus allen 36 Bundesstaaten sowie dem Federal Capital Territory (FCT). In Afrika leben über 60 % der Bevölkerung unter 25 Jahren; in Nigeria liegt der Anteil der Menschen unter 35 Jahren bei fast 70 %, was die Relevanz jugendlicher Perspektiven unterstreicht.
Erwähnte Barrieren
Mehrere Teilnehmende schilderten Hindernisse im Gesundheitszugang. Hellen Beyioku Alase von der Deaf Women Aloud Initiative betonte, dass fehlende Gebärdensprachdolmetscher und unzureichende barrierefreie Gesundheitsinformationen die Versorgung von gehörlosen Jugendlichen erschweren. Aus einem IDP‑Lager berichtete Adama Ali, dass Überschwemmungen den Zugang zu medizinischen Diensten unterbrachen und die Notwendigkeit resilienter Gesundheitssysteme verdeutlichten. Junge Pflegekräfte forderten mehr Einbindung in Entscheidungsprozesse und die Finanzierung ihrer Ideen.
Empfehlungen der Jugend
Die Teilnehmenden forderten ein inklusives, klimaresistentes Gesundheitssystem, das digitale Innovationen von jungen Entwicklern nutzt und den Zugang zu psychischer Gesundheit sowie zu sexueller und reproduktiver Gesundheit verbessert. Weiterhin wurde mehr Investition in barrierefreie Infrastruktur und Ausbildungsmöglichkeiten für junge Gesundheitsfachkräfte gefordert.
Unterstützende Institutionen
Die Konsultation wurde von Nigerias Bundesministerium für Gesundheit und Soziales, dem Ministerium für Jugendentwicklung sowie der WHO geleitet. Dr. Pavel Ursu, WHO‑Vertreter in Nigeria, betonte, dass junge Menschen nicht nur Nutznießer, sondern aktive Partner bei der Gestaltung der Gesundheitszukunft Afrikas seien. Der UN‑Resident Coordinator und der Minister für Jugendentwicklung unterstützten die Forderungen nach stärkerer Jugendbeteiligung.
Ausblick
Die gesammelten Erkenntnisse fließen in die bevorstehende Diskussion des Regionalen Ausschusses 2026 ein. Der Erfolg der Umsetzung hängt von der fortgesetzten Zusammenarbeit zwischen Regierungen, WHO, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und jungen Menschen ab. Die Teilnehmenden betonten, dass ein Plan ohne die Beteiligung der Jugend nur ein Plan über die Jugend sei, nicht mit ihr.
Ende der Uebertragung