USA: Schlafmuster und Krankheitsrisiko – große Studie liefert neue Erkenntnisse
Eine groß angelegte Analyse von Schlafdaten aus dem UK Biobank hat gezeigt, dass bestimmte reale Schlafmuster das Risiko für zahlreiche Krankheiten beeinflussen können. Dabei wurden bei 95.559 Teilnehmenden über einen Medianzeitraum von 8,9 Jahren insgesamt 156 signifikante Zusammenhänge zwischen Schlafparametern und Erkrankungen identifiziert.
Wesentliche Ergebnisse
Höhere Anteile an REM‑Schlaf sowie an Tiefschlaf (N3) waren jeweils mit einem geringeren Risiko für 83 bzw. 7 Erkrankungen verbunden. Im Gegensatz dazu gingen ein hoher Grad an Schlafirregularität und ein erhöhter Anteil an Wachphasen nach dem Einschlafen (WASO) mit einem erhöhten Risiko für 3 bzw. 6 Krankheiten einher.
Methodik
Die Forschenden nutzten das SleepNet‑Algorithmus, um aus am Handgelenk getragenen Beschleunigungsmessungen Schlafphasen (REM, N1, N2, N3), Gesamtschlafdauer, Schlafirregularität und WASO zu extrahieren. Anschließend wurden mithilfe von Cox‑Regressionen und adjustierten Modellen über 1.049 Krankheitsphänotypen assoziative Analysen durchgeführt.
Detailbefunde zu Schlafphasen
Der erhöhte REM‑Anteil reduzierte das Risiko für ein breites Spektrum von Erkrankungen, darunter kardiovaskuläre und metabolische Störungen. Tiefschlaf zeigte vor allem Schutzwirkungen gegenüber neurodegenerativen Erkrankungen.
Schlafdauer und Krankheitsrisiko
Restriktive kubische Spline‑Analysen offenbarten nicht‑lineare Zusammenhänge zwischen Schlafdauer und 86 Krankheitsphänotypen (P für Nicht‑Linearität < 0,05). Für 69 dieser Phänotypen lag das Minimum‑Risiko im Bereich von 6 bis 8 Stunden Schlaf pro Nacht.
Extreme Kurzschläfer besonders gefährdet
Personen, die weniger als fünf Stunden pro Nacht schliefen, wiesen die meisten nachteiligen Assoziationen auf: 37 von 41 signifikanten negativen Zusammenhängen traten im Vergleich zur Referenzgruppe von 6–8 Stunden Schlaf auf.
Einschränkungen der Untersuchung
Die Studie ist beobachtungsbasiert und kann trotz umfangreicher Adjustierung nicht alle potenziellen Störfaktoren ausschließen. Deshalb lassen sich keine kausalen Schlüsse ziehen.
Bedeutung für Prävention
Die Ergebnisse unterstreichen, dass ein regelmäßiger Schlaf von sechs bis acht Stunden sowie ein gesunder Anteil an REM‑ und Tiefschlaf potenziell das Risiko für zahlreiche Erkrankungen senken können. Gesundheitspolitische Maßnahmen, die auf die Optimierung von Schlafdauer und -qualität abzielen, könnten demnach zur Krankheitsprävention beitragen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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