UN: Online-Gewalt gegen Journalisten nimmt zu – KI erleichtert Missbrauch
Am 30. April 2026 veröffentlichte UN Women gemeinsam mit Partnern einen Bericht, der belegt, dass die Zahl der Online‑Gewaltakte gegen weibliche Journalisten seit 2020 sich verdoppelt hat und dass Künstliche Intelligenz (KI) den Missbrauch erleichtert und verstärkt. Die Studie basiert auf einer Umfrage aus dem Jahr 2025 mit 641 Teilnehmenden aus 119 Ländern und wurde im Vorfeld des Welttages für Pressefreiheit am 3. Mai veröffentlicht.
Technologische Verstärkung durch KI
Der Bericht zeigt, dass digitale Angriffe zunehmend technisch anspruchsvoller werden. Sechs Prozent der befragten Journalistinnen gaben an, Ziel von „Deepfakes“ geworden zu sein – KI‑generierte Bilder, die als echt wahrgenommen werden. Darüber hinaus wurden 12 % von nicht‑einvernehmlichem Teilen intimer Fotos betroffen, ein Trend, der laut den Forschern durch automatisierte Verbreitungstools beschleunigt wird.
Statistische Ergebnisse
Ein Viertel der befragten Journalistinnen, also 24,7 %, berichtete von diagnostizierten Angst‑ oder Depressionssymptomen, während fast 13 % an einer posttraumatischen Belastungsstörung litten. Zudem gaben 41 % an, sich in sozialen Medien selbst zu zensieren, um Missbrauch zu vermeiden; bei Journalistinnen liegt dieser Wert bei 45 %, ein Anstieg von 50 % gegenüber 2020.
Selbstzensur und berufliche Folgen
Fast ein Fünftel der Befragten gab an, ihre berufliche Arbeit aus Angst vor Online‑Angriffen einzuschränken. Ein Beispiel einer Umweltjournalistin aus Indien verdeutlicht, dass Drohungen von rechtsgerichteten Gruppen und massenhafte WhatsApp‑Weiterleitungen das tägliche Leben bedrohen und zu einem Rückzug aus investigativen Projekten führen.
Rechtliche LĂĽcken
Laut World‑Bank‑Daten besitzen weniger als 40 % der Länder Gesetze, die Frauen vor Cyber‑Belästigung oder Cyber‑Stalking schützen. Die Autorin des Berichts, Kalliopi Mingerou, betont, dass Regierungen, Plattformen und Justizbehörden dringend rechtliche Rahmenbedingungen schaffen müssen, um der wachsenden Bedrohung wirksam zu begegnen.
Psychische Belastungen
Die psychischen Folgen werden von den Befragten als gravierend beschrieben: Neben Angst und Depressionen berichten viele von finanziellen Engpässen, weil sie ihre Arbeit aufgeben mussten. Eine Journalistin erklärte, dass sie seit Dezember 2023 ohne Einkommen lebe und sich ausschließlich auf die Wiederherstellung ihrer mentalen Gesundheit konzentriere.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von UN News, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
Ende der Ăśbertragung