Hintergrund
Zwei Oppositionsfraktionen haben am 12. Juni 2026 Anträge eingebracht, um das Wohngeld vor geplanten Kürzungen zu schützen und das Verfahren zu reformieren. Die Anträge wurden nach der Aussprache an den Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen weitergeleitet.
Antrag der Linken
Die Fraktion Die Linke fordert ein sofortiges Stoppen aller Kürzungspläne, die Regierung aufzufordern, keinen weiteren Abbau des Wohngeldes zu verfolgen und einen Gesetzentwurf vorzulegen, der das Verfahren grundlegend vereinfacht. Vorgeschlagen wird eine automatische Weiterbewilligung bei unveränderten Verhältnissen sowie die Pflicht, Änderungen von Einkommen, Haushalt oder Wohnkosten unverzüglich zu melden. Weiterhin verlangt die Fraktion die Einführung eines bundesweiten, rechtssicheren Mietpreisdeckels, die umfassende Digitalisierung der Verwaltungsverfahren und die Verlängerung des Bewilligungszeitraums von zwölf auf bis zu 24 Monate.
Begründung der Linken
Nach Angaben der Fraktion ist das Wohngeld wegen des massiven Mangels an bezahlbarem Wohnraum und Sozialwohnungen ein zentraler Schutz vor Armut und sozialer Ausgrenzung und bleibt bis zur Behebung der Wohnungsnot unverzichtbar.
Antrag der Grünen
Bündnis 90/Die Grünen fordert die Beibehaltung des aktuellen Wohngeldniveaus, die Rücknahme der angekündigten Einsparung von einer Milliarde Euro und das Fortführen der bestehenden Dynamisierung. Die Heizkostenpauschale und der Kreis der Wohngeldberechtigten sollen ebenfalls erhalten bleiben. Zudem soll die Antragstellung vereinfacht und digitalisiert werden. Der Antrag bezeichnet das Wohngeld als unverzichtbare Sozialleistung, die Betroffene im Alltag spürbar entlastet.
Finanzielle Rahmenbedingungen
Das Wohngeld machte 2026 im Bauetat 2,4 Milliarden Euro aus und war damit der größte Einzelposten im Haushalt des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Für den Bundeshaushalt 2027 wurden Einsparungen von einer Milliarde Euro im entsprechenden Etat angekündigt, was einer Kürzung von knapp 42 Prozent entspricht.
Reaktion der Regierung
Bundesminister Verena Hubertz hat eine Neustrukturierung des Wohngeldes signalisiert, um die geplanten Einsparungen zu erreichen.
Ausblick
Beide Fraktionen warnen, dass Kürzungen insbesondere Menschen mit geringem Einkommen benachteiligen und die Spirale steigender Mieten verstärken könnten. Die Anträge befinden sich nun in der weiteren Beratung im zuständigen Ausschuss.
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