International: Ozonbelastung während indischer Hitzeperioden steigt – Studie verknüpft Anstieg mit höheren Todeszahlen
Eine aktuelle Analyse zeigt, dass die Konzentration von bodennahem Ozon während der vor‑monsunalen Hitzeperioden in Indien die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Sicherheitsgrenzen überschreitet und mit einem Anstieg von Todesfällen durch Herz‑ und Lungenerkrankungen einhergeht. Die Untersuchung schätzt für das Jahr 2024 rund 15.615 Todesfälle durch chronisch obstruktive Lungenerkrankungen sowie 10.898 Todesfälle durch ischämische Herzerkrankungen, jeweils ein Zuwachs von 3,2 % gegenüber Zeiten ohne Hitzeereignisse.
Methodik und Datenbasis
Die Forscher kombinierten Oberflächenmessungen, Satellitendaten und Reanalyse‑Modelle für den Zeitraum 2004‑2024 und konzentrierten sich auf die Monate März bis Juni, in denen die Hitze am stärksten ist. Sie untersuchten sieben geografische Regionen Indiens und identifizierten insgesamt 188 Hitzeereignisse, bei denen die Ozonwerte die WHO‑Grenze von 70 µg/m³ überschritten.
Ergebnisse
Im Norden Indiens erreichten die Ozonkonzentrationen Spitzenwerte von 85‑110 µg/m³, während in den übrigen Regionen ebenfalls deutliche Überschreitungen beobachtet wurden. Die Studie betont, dass die Intensität und Häufigkeit von Hitzeereignissen weiter zunimmt, was zu einer zusätzlichen Erhöhung der Ozonbildung führt.
Gesundheitliche Folgen
Die Analyse verknüpft die erhöhte Ozonbelastung mit einem Anstieg der Sterblichkeit durch kardiovaskuläre und respiratorische Erkrankungen. Laut dem Bericht „State of Global Air 2025“ rangiert Indien weltweit an dritter Stelle, was die Belastung durch Ozon betrifft.
Hintergrund der Ozonbelastung
Ozon entsteht, wenn Stickstoffoxide, flüchtige organische Verbindungen, Kohlenmonoxid und Methan unter starkem Sonnenlicht chemisch reagieren. Die Vorläufergase stammen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe, industriellen Prozessen, Fahrzeugemissionen sowie natürlichen Quellen wie Pflanzen.
Expertenmeinungen
Ein Wissenschaftler des Nationalen Atmosphärischen Forschungs‑Laboratoriums betont, dass die Ergebnisse die Notwendigkeit integrierter Politiken unterstreichen, die Klima‑Anpassung, Hitze‑aktionspläne und Emissionskontrollen für Ozonvorläufer verbinden. Eine Professorin der Universität Cambridge weist darauf hin, dass Bevölkerungsteile gleichzeitig mehreren Umweltgefahren ausgesetzt sind, was die Risikobewertung komplexer macht.
Ausblick und Handlungsempfehlungen
Ein Klimawissenschaftler erklärt, dass die anhaltende Temperatursteigerung die Häufigkeit von Hitzeperioden von Februar bis Juni fest etabliert hat und weitere Investitionen in Forschung, Politik und langfristige Planung erforderlich sind, um die gesundheitlichen Auswirkungen zu mindern.
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