Ein im Bundesstaat Illinois durchgeführtes Programm zur passiven Zeckenüberwachung hat in den Jahren 2018 bis 2023 umfangreiche Daten zu Zeckenarten und deren Pathogenen geliefert. Ziel war es, die bestehende aktive Sammlung zu ergänzen und ein breiteres Bild von Zecken‑Wirt‑Interaktionen sowie von potenziellen Gesundheitsrisiken zu erhalten.
Hintergrund und Zielsetzung
Die steigende Inzidenz zeckenübertragener Erkrankungen in den USA erfordert erweiterte Überwachungsmaßnahmen, insbesondere in Regionen mit Ausdehnung von Vektoren wie Ixodes scapularis und Amblyomma americanum. Das Projekt sollte durch freiwillige Meldungen von Bürgern und Fachleuten ein kontinuierliches Monitoring ermöglichen.
Methodik der passiven Überwachung
Teilnehmer reichten Zecken ein, die sie im Alltag fanden. Insgesamt wurden acht Zeckenarten übermittelt, wobei A. americanum, I. scapularis und D. variabilis am häufigsten vertreten waren. Die Einsendungen bestanden überwiegend aus erwachsenen Exemplaren und erfolgten fast das ganze Jahr über, mit Ausnahme des Monats Februar. Die meisten Zecken wurden von Menschen, Hunden oder Hirschen gefunden.
Ergebnisse: Zeckenarten und Häufigkeit
Die Analyse zeigte, dass die überwiegende Mehrheit der übermittelten Zecken zu den drei genannten Arten gehörte. Die saisonale Verteilung bestätigte eine nahezu ganzjährige Präsenz, was auf ein dauerhaftes Risiko für die Bevölkerung hinweist.
Ergebnisse: Nachgewiesene Pathogene
Ein Teil der eingesandten Zecken wurde mit einem mikrofluidischen System und Sequenzierung auf Pathogene untersucht. Bei erwachsenen I. scapularis wurde Borrelia burgdorferi s.s. mit 14 % Prävalenz und B. miyamotoi mit 4,7 % gefunden. Anaplasma phagocytophilum wurde in 1,2 % der I. scapularis sowie in einem von sieben getesteten Dermacentor albipictus nachgewiesen. Unter den Rickettsien wurden R. amblyommatis in 53 % der nymphalen A. americanum, R. montanensis in 2,1 % der D. variabilis und Candidatus R. andeanae in zwei von drei A. maculatum identifiziert.
Bedeutung für die öffentliche Gesundheit
Die Ergebnisse verdeutlichen ein kontinuierliches Expositionsrisiko für Menschen und Tiere in Illinois. Die nachgewiesenen Prävalenzraten von Borrelia und anderen Erregern unterstützen die Notwendigkeit gezielter Präventionsstrategien und Aufklärungsmaßnahmen.
Ausblick und Empfehlungen
Die Kombination aus kostengünstiger passiver Überwachung und Multi‑Pathogen‑Tests kann als ergänzendes Instrument zur frühzeitigen Erkennung von Veränderungen in Zeckenpopulationen und Pathogenverbreitung dienen. Eine Ausweitung des Programms auf weitere Regionen sowie die Integration mit aktiven Sammlungen wird empfohlen, um ein umfassenderes Bild der epidemiologischen Lage zu erhalten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
Ende der Uebertragung