Der Mars‑Rover Perseverance hat in der Margin Unit am Rand des Jezero-Kraters igneöse Gesteine gefunden, die Spuren von mindestens drei getrennten Wasserkontakten aufweisen. Die Beobachtungen wurden zwischen dem 8. und 16. Oktober 2023 gesammelt und in der Fachzeitschrift Communications Earth & Environment veröffentlicht. Damit widerspricht die Entdeckung der bisherigen Annahme, dass das Gebiet vorwiegend aus karbonatreichen Sedimenten besteht, die aus einem uralten See hervorgegangen sein sollen.
Ursprüngliche Erwartungshaltung
Vor dem Rover‑Einsatz gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Margin Unit, die den Uferbereich eines ehemaligen Sees umschließt, vorwiegend sedimentäre Gesteine enthält. Solche Gesteine würden typischerweise Schichten aus Ton und Schluff bilden und könnten Spuren früher mikrobieller Aktivität bewahren. Die Erwartung beruhte auf Orbitalmessungen, die starke Karbonatsignale zeigten – ein Hinweis, der auf flache Gewässer hindeutet.
Unerwartete igneöse Befunde
Stattdessen identifizierte das Team mithilfe des SuperCam‑Instruments vulkanisches Gestein, das aus Magma entstanden ist. Igneöse Gesteine besitzen kristalline Strukturen, die das genaue Entstehungsmoment festhalten. In den untersuchten Proben wurden jedoch chemische Veränderungen nachgewiesen, die eindeutig auf wiederholten Kontakt mit Wasser schließen lassen.
Mehrere Wasserepisoden
Die Analyse ergab drei unterschiedliche Phasen, in denen Wasser das Gestein beeinflusste. In der ersten Phase reagierte kohlenstoffdioxidreiches Grundwasser mit Olivin, wodurch Karbonat‑ und Silikatverkrustungen entstanden. Die zweite Phase wird mit dem einstigen See im Krater in Verbindung gebracht, wobei weitere Silikatablagerungen nachgewiesen wurden. Die letzte Phase zeigte mineralische Adern aus Calciumsulfat und Fluorit, die typischerweise bei heißem, zirkulierendem Grundwasser entstehen.
SuperCam als Schlüsselinstrument
SuperCam, das auf dem Mast des Rovers montiert ist, bestimmt die Mineralogie von Gesteinen durch Laser‑induzierte Plasmaspektroskopie bis zu einer Entfernung von 6,5 Metern. Über 185 Gesteinsproben wurden auf diese Weise analysiert, wodurch ein detailliertes Bild der chemischen Evolution der Margin Unit entstand.
Bedeutung für die Marsforschung
Die Ergebnisse zeigen, dass das Jezero‑Becken ein komplexes Netzwerk aus unterschiedlichen wässrigen Prozessen beherbergte, das über die reine Seenbildung hinausgeht. Forscher betonen, dass diese Erkenntnisse das Bild der frühen Mars‑Klima‑ und Habitabilitätsentwicklung neu gestalten könnten. Insbesondere die Entdeckung von Fluorit weist auf heiße, hydrothermale Aktivitäten hin, die auf potenzielle Energiequellen für Mikroben hindeuten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von NASA, lizenziert unter Public Domain (U.S. Government Work).
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