Persistente Vorhofflimmern-Modelle bei Yucatán-Minischwein etabliert
Ein Forschungsteam hat ein persistierendes Vorhofflimmern‑Modell bei Yucatán‑Minischwein entwickelt, um neue Therapieansätze für die häufigste chronische Herzrhythmusstörung bei Erwachsenen zu prüfen.
Hintergrund und Zielsetzung
Vorhofflimmern (AFib) ist in den Vereinigten Staaten die am häufigsten auftretende chronische Arrhythmie und verursacht erhebliche Morbidität, darunter thromboembolische Ereignisse, Schlaganfälle und Herzinsuffizienz. Trotz vorhandener Therapien wie Katheterablation und antiarrhythmischer Medikamente bleibt die Erkrankung für viele Patienten unheilbar. Das Team verfolgte das Ziel, ein großtierisches Modell zu schaffen, das die menschliche Physiologie ausreichend abbildet.
Methodik
Yucatán‑Minischweine wurden aufgrund ihrer physiologischen Ähnlichkeit zum Menschen und ihrer geeigneten Größe für Langzeitstudien ausgewählt. Jeder Versuchstier erhielt zunächst ein externes FitBark‑2.0‑Halsband zur Aktivitätsmessung. Anschließend erfolgte die Implantation eines atrialen Schrittmacher‑Leads im rechten Vorhofanhang, eines Schrittmacher‑Generators und eines subkutanen Insertable Cardiac Monitors (ICM Reveal LINQ™) entlang der linken Schulterblätter.
Induktion von Vorhofflimmern
Eine Woche nach der Implantation wurde ein schnelles atriales Pacing durchgeführt, um persistierendes AFib zu induzieren. Bei vier von sechs Tieren trat AFib innerhalb von 80.3 ± 22.3 Tagen nach Beginn des Pacing auf; drei Tiere entwickelten persistierendes AFib (Dauer > 14 Tage nach Abschalten des Pacing) und ein Tier zeigte paroxysmales AFib (Dauer < 14 Tage).
Aktivitätsmonitoring
Die über das FitBark‑Band erfassten Aktivitätslevel sanken nach dem Auftreten von persistierendem AFib signifikant, was auf eine Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustands und der Lebensqualität der Tiere hinweist.
Histopathologische Befunde
Nach der Induktion von persistierendem AFib zeigten histologische Analysen eine deutliche Zunahme von Fibrose und einen Verlust atrialer Kardiomyozyten, was die strukturellen Veränderungen im Vorhof widerspiegelt.
Technische Herausforderungen und Innovationen
Während des Projekts traten mehrere anatomische und technische Hürden auf, insbesondere beim Gefäßzugang und den kardialen Dimensionen. Durch maßgeschneiderte chirurgische Strategien – darunter Jugularvenen‑Cut‑downs, laterale zervikale ICM‑Implantation, lange Gefäßschläuche, individuelle Stylusse und perioperative Antibiotikaprophylaxe – konnten diese Probleme überwunden und ein robustes, reproduzierbares Modell etabliert werden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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