USA: Personenzentrierte Versorgung erhöht Rückkehr nach Behandlungspausen bei HIV-Patienten in Sambia
In einer gestuften Cluster‑Randomisierungsstudie wurden an 24 HIV‑Kliniken in Sambia personenzentrierte Versorgungsmaßnahmen (PCC) eingeführt, um die Rückkehr nach Behandlungspausen (TIs) und die langfristige Bindung an die Versorgung zu verbessern.
Studienaufbau
Die Studie lief von August 2019 bis November 2021 im stepped‑wedge‑Design. Kliniken wurden in vier Gruppen eingeteilt und alle sechs Monate von der Kontroll‑ zur Interventionsphase gewechselt.
Interventionsbestandteile
Die PCC‑Intervention umfasste (1) Schulungen und Coaching für Gesundheitsarbeiter zu patientenfreundlichen Verhaltensweisen, (2) Messung und Rückmeldung der Patientenerfahrung mittels Exit‑Interviews und (3) kleine Anreize für die Einrichtung.
Teilnehmer*innen und Basisdaten
Während des Beobachtungszeitraums wurden 128.910 HIV‑Patienten, die länger als 30 Tage zu ihrem Termin verspätet waren, analysiert (69.671 im Kontroll‑ und 59.239 im Interventionsarm). 64,3 % waren weiblich, das mittlere Alter betrug 38 Jahre, die mittlere Versorgungsdauer 2,5 Jahre.
Rückkehr nach Behandlungspausen
Nach zwölf Monaten kehrten 72,3 % der Patienten im Interventionsarm im Vergleich zu 67,7 % im Kontrollarm zurück (Risikodifferenz +4,6 % [CI 4,1‑5,2]; adjustierter Hazard‑Ratio 1,16 [CI 1,12‑1,20]; p < 0,001).
Wiederholte Behandlungspausen
Unter den Rückkehrern zeigte sich ein Rückgang wiederholter TIs von 55,6 % im Kontrollarm auf 44,3 % im Interventionsarm (Risikodifferenz −11,4 % [CI −12,2‑−10,6]; adjustierter Hazard‑Ratio 0,50 [CI 0,45‑0,55]; p < 0,001).
Gesamte Versorgungsbindung
Die Gesamtquote von Patienten, die nach zwölf Monaten in Versorgung blieben, lag bei 82,7 % im Interventionsarm gegenüber 73,4 % im Kontrollarm (Risikodifferenz +9,3 % [CI 8,6‑10,0]; adjustierter Risiko‑Ratio 1,14 [CI 1,05‑1,25]; p = 0,002). Betrachtet man alle Patienten mit einer TI, stieg die Versorgungsquote von 51,5 % auf 60,1 % (Risikodifferenz +8,7 % [CI 8,0‑9,3]; adjustierter Risiko‑Ratio 1,19 [CI 1,05‑1,35]; p = 0,008).
Einschränkungen und Schlussfolgerungen
Die Analyse ist post‑hoc und das stepped‑wedge‑Design birgt methodische Beschränkungen. Dennoch deutet die Evidenz darauf hin, dass ein Fokus auf freundlichere Gesundheitsarbeiter‑Verhaltensweisen und verbesserte Patientenerfahrungen die Rückkehr nach Behandlungspausen und die langfristige Bindung von HIV‑Patienten stärken kann.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS Medicine, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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