Forscher haben das Ethylacetat‑Extrakt (EtOAc) der Blätter von Paullinia pinnata sowie die daraus isolierte Verbindung 6α-(3’-methoxy-4’-hydroxybenzoyl)-lup-20(29)-ene-3-one auf ihre Wirksamkeit gegen medikamentenresistente Candida‑Stämme und klinische Isolate untersucht und dabei signifikante antimikrobielle Effekte nachgewiesen.
Hintergrund
Vulvovaginale Candidiasis ist eine häufige Infektion bei Frauen im reproduktiven Alter und besonders häufig während der Schwangerschaft, wo unbehandelt Komplikationen wie Fehlgeburten auftreten können.
Methodik
Die antimikrobielle Aktivität wurde mittels Mikrodilution im Mikrobrühverfahren bestimmt. Das EtOAc‑Extrakt zeigte minimale Hemmkonzentrationen (MIC) von 31.25 bis 500 µg/mL gegenüber den getesteten Candida‑Arten.
Ergebnisse des Extrakts
Durch Säulenchromatographie wurden fünf Hauptfraktionen gewonnen; die aktivste Fraktion BF4 erreichte MIC‑Werte von 3.91–31.25 µg/mL. Aus BF4 wurde die Verbindung 6α-(3’-methoxy-4’-hydroxybenzoyl)-lup-20(29)-ene-3-one isoliert.
Isolation und Aktivität der Verbindung
Die isolierte Verbindung zeigte MIC‑Werte von 0.5 bis 16 µg/mL (0.85–27.10 µM) gegen die panelweise getesteten medikamentenresistenten Candida‑Stämme, vergleichbar mit Ketoconazol (MIC = 1–8 µg/mL) und Amphotericin B (MIC = 0.5–2 µg/mL).
Synergie mit Antimykotika
In Checkerboard‑Assays wurden Synergie‑Raten von 33.33 % bis 83.33 % zwischen der Verbindung und den Antimykotika Voriconazol, Nystatin sowie Caspofungin beobachtet, wobei die meisten synergistischen Effekte gegen Candida albicans und Candida glabrata auftraten.
Anti‑Biofilm‑Wirksamkeit
Die Verbindung hemmte sowohl die Bildung als auch bereits etablierte Biofilme von Candida‑Arten. Die IC50‑Werte lagen bei 15.30–46.40 µg/mL (25.91–78.60 µM) für die Biofilmbildung und bei 25.40–90.84 µg/mL (43.02–153.86 µM) für vorbestehende Biofilme.
Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse belegen, dass Paullinia pinnata ein starkes anti‑Candida‑Potenzial besitzt und dass die isolierte Verbindung ein vielversprechender Kandidat für weitere präklinische Untersuchungen, einschließlich zytotoxischer Tests an Säugerzellen, ist.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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