Eine prospektive Vorher-Nachher-Studie an einem tertiären Krankenhaus in China hat die Auswirkungen einer vom Apotheker geleiteten Stroke Pharmacotherapy Optimization Strategy (SPOS) auf die Medikamentenverwendung, Kosten und unerwünschte Ereignisse bei Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall untersucht.
Studienaufbau
Die Untersuchung erstreckte sich von Juni 2024 bis April 2025. In der Kontrollphase (Juni–Oktober 2024) wurden 204 Patienten regulär behandelt, während in der Interventionsphase (Dezember 2024–April 2025) 212 Patienten nach dem SPOS‑Protokoll versorgt wurden.
Interventionsprinzip
Das SPOS‑Protokoll folgte dem sogenannten „3‑2‑1“-Prinzip, das die Verschreibung von höchstens drei nicht‑rekanalisierten zerebrovaskulären Medikamenten (NR‑CVD) sowie höchstens zwei zerebrovaskulär‑bezogenen traditionellen chinesischen Arzneimitteln (CR‑TCM) vorsah. Zusätzlich wurden medikamentenbezogene Überwachung, Patientenaufklärung und individuelle Anpassungen durch Apotheker integriert.
Medikationsreduktion
Die Ergebnisse zeigten, dass die SPOS‑Gruppe signifikant weniger NR‑CVDs (Durchschnitt 3,03 ± 1,18) im Vergleich zur Kontrollgruppe (4,62 ± 1,15; p < 0,001) erhielt. Auch die Anzahl der CR‑TCMs war niedriger (1,04 ± 0,90 vs. 1,93 ± 1,02; p < 0,001).
Neurologische Ergebnisse
Trotz der Reduktion der Medikation gab es keinen Unterschied in der Veränderung des NIHSS‑Scores (ΔNIHSS) oder im Gesamtanteil der neurologischen Erholung zwischen den Gruppen.
Kosteneffekte
Die Gesamtkosten des Krankenhausaufenthalts, die medikamentösen Ausgaben und der Anteil medikamentenbezogener Kosten waren in der SPOS‑Gruppe deutlich geringer (alle p < 0,001).
Sicherheitsprofil
Die Inzidenz von unerwünschten Ereignissen war ebenfalls niedriger (p = 0,034), wobei keine Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit der Medikamentenvereinfachung während des Aufenthalts festgestellt wurden.
Schlussfolgerungen
Die Autoren schließen, dass eine vom Apotheker geleitete Optimierungsstrategie bei akuten ischämischen Schlaganfällen die unnötige Verschreibung von zerebrovaskulären Medikamenten reduzieren und gleichzeitig Kosten senken kann, ohne die kurzfristige neurologische Genesung zu beeinträchtigen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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