Auf der Qinghai‑Tibet‑Hochebene wurde in Feldversuchen untersucht, wie die Präsenz von Pikas das Wachstum von Yaks beeinflusst. Die Studie beantwortet die Fragen nach dem Einfluss kleiner Nagetiere auf die Weidequalität und die daraus resultierende Gewichtszunahme von Rindern.
Versuchsdesign
Forscher teilten mehrere Weideflächen in zwei Behandlungsgruppen: eine Gruppe, in der Pikas unbeeinträchtigt bleiben konnten, und eine zweite Gruppe, in der Pikas systematisch entfernt wurden. In beiden Gruppen wurden die Vegetationszusammensetzung, das Vorkommen von giftigen Pflanzenarten, die Protein‑Gehalte von Gräsern und die Gewichtszunahme der Yaks über einen definierten Beobachtungszeitraum gemessen.
Ergebnisse bei Pika‑Präsenz
In den Pika‑präsenten Parzellen zeigte sich eine verbesserte Zusammensetzung der Vegetation. Der Anteil der giftigen Stellera‑Forben war im Vergleich zu den Pika‑Entfernungspflätzen deutlich geringer, während die Häufigkeit und der Proteingehalt von schmackhaften Gräsern und Seggen höher lagen. Diese Bedingungen führten zu einer höheren Futtereffizienz der Yaks und zu einer signifikanten Gewichtszunahme.
Effekte bei Pika‑Entfernung
Der Vergleich mit den Pika‑Entfernungspflätzen ergab, dass das Fehlen der kleinen Nagetiere zu einer zweifachen Zunahme der Stellera‑Abdeckung führte. Gleichzeitig sanken die Biomasse und der Proteingehalt der bevorzugten Futterpflanzen, was die Futteraufnahme der Yaks reduzierte und die Gewichtszunahme um bis zu 42 % minderte.
Beziehung zwischen Bauen‑Dichte und Yak‑Gewichtszunahme
Die Daten zeigten einen hump‑förmigen Zusammenhang zwischen der Dichte der Pika‑Bauen und der Yak‑Gewichtszunahme. Die förderlichste Wirkung trat bei etwa 200 Bauen pro Hektar auf. Bei Dichten über 400 Bauen pro Hektar wechselte der Effekt zu einer Konkurrenzsituation, bei der die Yaks weniger Gewicht zulegten.
Implikationen für Weidewirtschaft
Nach Angaben der Studie könnte die gezielte Bewirtschaftung von Pika‑Populationen dazu beitragen, die Produktivität von Weideflächen zu steigern. Ein moderates Vorhandensein von Pikas unterstützt die Reduktion giftiger Pflanzen und verbessert die Nährstoffqualität des Futters, was die Effizienz der Viehhaltung erhöht.
Schlussfolgerungen
Die Untersuchung liefert den ersten empirischen Nachweis dafür, dass ein ausgewogenes Vorkommen kleiner, ekosystem‑gestaltender Säugetiere positive Effekte auf das Wachstum von Nutztieren haben kann. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer integrativen Weidebewirtschaftung, die sowohl große Herbivoren als auch kleinere Nagetiere berücksichtigt.
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